„Laura im Netz“: Die Gefahren von Onlinechats und „Cyber-Grooming“

10. September 2014 Print This Post

tooor„Laura im Netz“ ist ein Jugendroman von Horst Schwarz, der auf drastische, aber dadurch äußert realistische Art und Weise auf die Gefahren von Internetchats aufmerksam macht. Im Vordergrund steht das sogenannte „Cyber-Grooming“, eine spezielle Form der sexuellen Belästigung im Internet, bei dem zunächst das Vertrauen Jugendlicher gewonnen und später persönliche Treffen ausgemacht werden, bei denen es zu sexuellem Missbrauch kommt.

Laura ist 15 Jahre alt und wohnt in einem abgelegenen Dorf in Mittelfranken. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist sehr schlecht. Generell hat sie das Gefühl, dass sich niemand für ihr Leben interessiert. Lauras einzige Verbindung zur Außenwelt ist ihr Laptop: Ihre Freizeit verbringt sie im LINUS-Chat, der für alle User offen ist. Laura denkt, dass sie sich dort vorsichtig genug verhält. Susan geht es ähnlich: Die 13-Jährige hat vier Geschwister, doch besonders mit ihrem älteren Bruder streitet sie sich oft. Auch sie benutzt den LINUS-Chat, geht jedoch wesentlich offener mit persönlichen Informationen um. Mit fremden Jugendlichen zu chatten finden aber beide Mädchen spannend.

Diese Chance nutzt der 45-jährige Wolfgang: Der Familienvater loggt sich ebenfalls in den LINUS-Chat ein, um Kontakt zu jungen Mädchen aufzunehmen. Er erstellt ein Profil voller falscher Angaben. Besonders das Bild eines attraktiven Jugendlichen wirkt auf die jungen Mädchen überzeugend und öffnet Wolfgang so die Tür in deren Leben.

„Laura im Netz“ erzählt die Vorkommnisse aus verschiedenen Sichten. Als Leser erlebt man hautnah mit, wie Chatkontrollen umgangen und falsche Profile erstellt werden können und wie die anderen Nutzer des Chats durch diese Maßnahmen getäuscht werden.
Was folgt ist eine schockierende Geschichte, die auf etwa 150 Seiten zeigt, wie einfach es ist, sich im Internet als eine andere Person auszugeben und wie gefährlich Chatbekanntschaften sein können. Besonders realistisch wird der Roman durch die Protagonistinnen Laura und Susan, die mit den typischen Problemen eines Jugendlichen zu kämpfen haben, wodurch sich viele Leser mit ihnen identifizieren können.

Aus sprachlicher Sicht hat sich der Autor große Mühe gegeben, die Chatverläufe und Gespräche überzeugend wirken zu lassen. Durch die Sprünge in die verschiedenen Sichtweisen wird die Geschichte stetig vorangetrieben. Da es thematisch jedoch um sexuelle Neigungen und sogar körperliche Übergriffe geht und diese im Roman beschrieben werden, empfehlen wir das Buch für Leser ab 14 Jahren. Als Lektüre für Schulklassen eignet sich „Laura im Netz“ ab der 7. Klassenstufe und ermöglicht so gemeinsam eine intensive und kontrollierte Auseinandersetzung mit dem Thema „Cyber-Grooming“.

medienbewusst.de meint:
„Laura im Netz“ ist kein Buch, das man als Strandlektüre mit in den Urlaub nimmt. Stattdessen öffnet es einem die Augen und regt Jugendliche dazu an, sich über ihre Chatgewohnheiten und die Gefahren, die in Chats lauern, Gedanken zu machen. Die realistische Darstellung und der lebendige Schreibstil fördern den Lesefluss und bauen stetig Spannung auf. Eine eindeutige Leseempfehlung, da das Thema aktuell und äußert relevant ist!

Lea Schmitz

Bildquelle:
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