Otfried Preußler – ein Portrait

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25. August 2017 Print This Post

preusslergrossWer kennt Sie nicht, die Geschichten der kleinen Hexe, des Räuber Hotzenplotz oder Krabats? All diese Geschichten haben eins gemeinsam, nämlich ihren Schaffer, Otfried Preußler. Doch wer ist der Mann, der sowohl junge als auch alte Kinder damals und heute prägt?
Otfried Preußler wurde am 20. Oktober 1923 als Kind von zwei Lehrern in Reichenberg geboren. Schon als kleiner Junge verbringt er viel Zeit in der Familienbibliothek und verschlingt die Geschichten seiner Großmutter Dora. „Das Geschichtenbuch meiner Großmutter, das es in Wirklichkeit überhaupt nicht gegeben hat, ist das wichtigste aller Bücher für mich, mit denen ich je im Leben Bekanntschaft gemacht habe“, sagt er heute. Oft ist er auch mit seinem Vater unterwegs, der neben seiner Lehrertätigkeit auch Heimatforscher ist, und trägt mit ihm die Sagen seiner böhmischen Heimat zusammen.

Nach seinem Abitur 1942 wird er eingezogen und gerät 1944 für fünf Jahre in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Als er daraus entlassen wird, kehrt er nach Deutschland zu seiner Familie zurück und Heiratet noch im selben Jahr seine Verlobte, mit der er später drei Mädchen kriegen wird. Um für seine Familie zu sorgen, ergreift der heutige Geschichtenerzähler den Beruf des Lehrers, arbeitet aber nebenher als Lokalreporter und schreibt hier unter anderem für den Kinderfunk. Dies ist der Grundstein für seine Karriere als Geschichtenerfinder.

1956 erscheint „Der kleine Wassermann“ und somit Otfried Preußlers erster großer Erfolg. Nicht nur Kinder sind begeistert, sondern auch die Fachwelt, und bereits ein Jahr nach Erscheinen erhält er bei der Vergabe des Deutschen Jugendbuchpreises einen Sonderpreis für sein Erstlingswerk. Viele Geschichten entstehen auch durch das Zusammenleben mit seinen drei kleinen Töchtern, wie etwa die kleine Hexe. Die Geschichte sollte vorm Schlafengehen die Angst nehmen und zeigen, dass man sich vor Hexen nicht fürchten muss. In den Folgejahren erscheinen weitere große Werke Otfried Preußlers, wie etwa „Der Räuber Hotzenplotz“, auf den noch zwei Fortsetzungen folgen sollen und „Das kleine Gespenst“. Nebenbei arbeitet der Geschichtenerzähler auch als Übersetzer und 1964 wird das erste Mal eine seiner Geschichten verfilmt.

In den 70er Jahren beginnt der Autor, auch Erwachsenen‑ und Jugendromane zu schreiben, wobei Krabat, an dessen Geschichte er über zehn Jahre feilte, 1971 zu einem seiner wichtigsten Werke wird. Der Erfolg spiegelt sich in zahlreichen Preisen und 37 Übersetzungen wieder. 1978 schreibt er sein erstes Erwachsenenbuch, 1976 wird die erste Schule nach ihm benannt‑ viele weitere sollen folgen. In den Folgejahren schreibt er einige Geschichten über seine böhmische Heimat, beginnt vereinzelt selbst zu illustrieren und immer mehr seiner Figuren schaffen es auf die Leinwand. Auch Schallplatten und Kassetten befinden sich in dieser Zeit im Aufschwung und schon bald erhält Otfried Preußler seine ersten goldenen Schallplatten. Auch verbringt der Autor sehr viel Zeit im Briefwechsel mit seinen kleinen Fans und betrachtet dies als Teil seiner Lebensaufgabe.

Auch sozial betätigt sich der Geschichtenerzähler, durch die von ihm mitbegründete gemeinnützige Vereinigung „Hilfswerk für die Orthopädische Kinderklinik Aschau“. Bis heute veröffentlich regelmäßig Geschichten, wie etwa 2011 eine Fortsetzung des kleinen Wassermanns. Für sein Gesamtwerk erhielt er zahlreiche Auszeichnung und war bis zum Ende seines Lebens am 18. Februar 2013 ein viel beachteter und geschätzter Autor und Geschichtenerzähler.

Elin-Carlotta Collignon

Bildquelle:

© http://www.preussler.de

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