„Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit.“ – ein Portrait über Michael Ende

Artikel weiterempfehlen

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

9. September 2017 Print This Post

ende_grossMit seinen Werken wie „Momo“, „die unendliche Geschichte“ oder „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ setzte er Meilensteine in der deutschen Literatur. Seine Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt und erreichten eine Gesamtauflage von mehr als 20 Millionen Exemplaren. Er gehört zu den erfolgreichsten deutschen Jugendbuchautoren – Michael Ende.

Michael Andreas Helmuth Ende wurde 1929 als Sohn eines Malers in Garmisch geboren und wuchs in München auf. Aufgrund des Krieges konnte er sein Abitur erst 1948 in Stuttgart abschließen. Im Anschluss daran besuchte er eine Schauspielschule und war zunächst an verschiedenen Regionaltheatern und am Landestheater Schleswig-Holstein tätig. Außerdem verfasste er in dieser Zeit Texte für politische Kabaretts und war bis 1962 als Filmkritiker beim Bayrischen Rundfunk angestellt.

Mit den Worten „Das Land, in dem Lukas der Lokomotivführer lebte, hieß Lummerland und war nur sehr klein“ fing das Skript zu „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ an, welches er gegen Ende der 1950er-Jahre begann zu schreiben. Nachdem das Skript nach zehnmonatiger Arbeit fertig war, wurde es zunächst bei verschiedenen Verlagen abgelehnt, bis es 1960 im Stuttgarter Thienemann Verlag veröffentlicht wurde. Für das Buch bekam Ende bereits 1961 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Wegen des Durchbruches war er erstmals finanziell unabhängig und heiratete 1964 die Schauspielerin Ingeborg Hoffmann. Mit ihr zog Ende Anfang der 1970er-Jahre nach Italien, wo er den Roman „Momo“ verfasste – eines seiner bis heute erfolgreichsten Werke.

Im Jahr 1979 schrieb er sein Werk „Die unendliche Geschichte“, welches in knapp 40 Sprachen übersetzt wurde und mit dem er unter anderem auf der Bestseller-Liste in Deutschland stand. Danach versuchte Ende sich mit Werken wie „Der Spiegel im Spiegel“ bei der erwachsenen Leserschaft einen Namen zu machen. Nach dem Tod seiner Frau kehrte er Italien den Rücken und kam zurück nach München, wo er noch einmal heiratete, bevor er 1995 im Alter von 65 Jahren dem Krebs erlag.
Michael Ende wurde schon früh durch die Kunst seines Vaters geprägt, was man an vielen Stellen in seinen Werken wiederfinden kann. Für ihn ist es Aufgabe der Kunst und Kultur, die Welt wieder bewohnbar zu machen und ihr einen neuen Sinn zu geben. Deshalb sollte man nach Ende auch in der Kunst und Kultur die Antwort auf die Fragen „Woher komme ich?“, „Wer bin ich?“ und „Wohin gehe ich?“ suchen.
Michael Ende schafft es, den Leser durch seine Werke mit Sätzen wie

„Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken je darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber. Dieses Geheimnis ist die Zeit.“ (Momo)

zum Nachdenken anzuregen. Seine Werke sind zugleich interessant für Groß und Klein und in jedem Fall ein Teil des Standardrepertoires, das jedes Kind und jeder Erwachsenen einmal gelesen, gehört oder gesehen haben sollte.

Tasia Hohmann

Bildquelle:

© http://bilder.augsburger-allgemeine.de

Ähnliche Beiträge

Kommentare