Vom Matheunterricht zur Spieleentwicklung

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17. Mai 2011 Print This Post

Der deutsche Computerspielpreis wird seit 2008 jedes Jahr in verschiedenen Kategorien vergeben. Frederic Schimmelpfennig, Schüler der zwölften Klasse, nahm im letzten Jahr in der Kategorie „Bestes Konzept aus Schülerwettbewerb“ teil und gewann mit seinem Spiel „GooseGogs“. medienbewusst.de sprach mit ihm darüber, wie es ist neben dem Schulalltag ein eigenes Computerspiel zu entwickeln.

Frederic, worum geht es in GooseGogs?

GooseGogs ist ein Jump’n’Run-Spiel. Dabei steuert man die sogenannten Gogs. Diese haben die Fähigkeit wütend zu werden, gleichzeitig ziehen sie einen Schweif hinter sich her. Steckt man nun die Gegner mit der eigenen Wut an, indem man sie mit dem Schweif einfängt, platzen sie.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen ein eigenes Spiel zu entwickeln?

Früher habe ich sehr viel am Computer gespielt. Doch irgendwann hat sich diese Begeisterung langsam gelegt und ich wollte selbst Spiele erstellen. Ich fand die Idee, sich kreativ auszutoben sehr interessant. Ich habe dann mit Editoren aus einigen Spielen selber Level gebaut und diese dann veröffentlicht. Das hat mir viel mehr Spass gemacht, als das eigentliche Spielen.

Wie sind Sie schließlich auf das Spiel GooseGogs gekommen?

Eine Grundidee zu GooseGogs gab es eigentlich nie. Ich hatte eine Idee für ein cooles Feature gehabt, das habe ich dann programmiert. Nachdem ich einige Features zusammengestellt hatte, meinte jemand zu mir, dass ich diese doch alle in einem Spiel vereinen könnte. Daraufhin erstellte ich als Erstes ein kleines Spiel, in dem man ganz simpel eine Kugel bewegen konnte. In einem anderen Spiel verwendete ich dann diesen Schattenlook. Diese zwei Varianten hab ich dann kombiniert und so ist am Ende GooseGogs entstanden.

Sie haben das Spiel neben der Schule entwickelt. Gab es da Schwierigkeiten das Hobby und den Schulalltag parallel zu meistern?

Am Anfang war es wie ein ganz normales Hobbyprojekt. Dann begann die Zeit, in der ich Preise gewann und einige Publisher auf mich aufmerksam geworden sind. Danach gab es schon eine kurze stressige Phase, als ich das Spiel in ein paar Monaten fertigstellen musste. Das ist jetzt ungefähr ein halbes Jahr her und mittlerweile ist da eine relative Ruhe eingekehrt. Im Nachhinein bin ich eigentlich ganz zufrieden damit, dass es so gut geklappt hat.

Was würden Sie anderen Jugendlichen, die auch an der Entwicklung ihres eigenen Computerspiels interessiert sind, mit auf den Weg geben?

Es gibt natürlich kein Buch mit den Namen „Entwicklung und Veröffentlichung eines PC-Spiels“. So etwas existiert nicht. Es kommt nicht darauf an, dass man irgendwelche Bücher wälzt und ein riesiges Fachwissen besitzt. Man muss die Dinge einfach auf sich zukommen lassen, viele Programme testen und damit herumspielen. Einfach mal experimentieren, das ist das Wichtigste.

Haben Sie schon eine Idee für Ihr nächstes PC-Spiel?

Ja, ich arbeite zurzeit an einem neuen Projekt. Es wird wieder ein Jump’n’Run-Spiel, dieses Mal mit einem 2D-Gameplay, aber mit einer dreidimensionalen Umgebung. Das heißt, man wird nicht einfach nur flache Bilder auf dem Monitor sehen, sondern richtige plastische Objekte betrachten können. Außerdem arbeite ich dafür an einer innovativen Spielmechanik.

medienbewusst.de bedankt sich bei Frederic Schimmelpfennig für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg.

Moritz Graf

Bildquellen:
Porträtfoto zur Verf. gestellt ⅴ. Frederic Schimmelpfennig
© goosegogs.de

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