Das eigene Spiel entwickeln? „Scratch” macht’s möglich

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15. Januar 2012 Print This Post

Ausdenken, Entwickeln, Mitteilen – mit der Programmiersprache „Scratch“ können junge Menschen selbst aktiv werden und ihre eigenen Spiele gestalten. Dadurch wird nicht nur der Spaß an Computerspielen gesteigert, es fördert zudem kreatives Denken und logisches Schlussfolgern. Gleichzeitig erhalten Kinder und Jugendliche einen ersten Einblick in die Welt der Mathematik und Informatik.

Immer nur am Computer sitzen und spielen kann auf die Dauer langweilig werden. Es stecken doch oftmals viele kreative Ideen in den Kinderköpfen, die ausgelebt und gefördert werden wollen. Was liegt also näher, als selbst einmal hinter die Kulissen zu schauen und ein eigenes Spiel zu entwickeln. Das bedarf heutzutage auch keiner aufwendigen Technik mehr. Am heimischen PC kann mit der richtigen Software selbst ausprobiert und gestaltet werden.

Die Scratch-Katze

Die Lifelong Kindergarten Group des Media Lab am MIT hat insbesondere für Kinder die kostenlose, grafische Programmierumgebung Scratch entwickelt und 2007 veröffentlicht. Die Software ermöglicht Kindern und Jugendlichen eine erste Einführung in die Computerprogrammierung und macht sie mit deren Gestaltung und Umsetzung vertraut. Dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ob Spiele, Animationen oder Kunstwerke – mit Scratch lassen sich viele Ideen auf einfache Art und Weise umsetzen.

Die Programmierumgebung funktioniert ähnlich wie das Spielen mit Legosteinen. Die einzelnen Programmieranweisungen lassen sich wie Bausteine zusammenstecken. Ergibt eine Verbindung keinen Sinn, passen die Bausteine nicht zusammen. Diese grafische Lösung erleichtert den Umgang mit der Programmiersprache erheblich, denn es müssen keine komplizierten Programmierbefehle gelernt werden und häufige Fehler lassen sich schnell vermeiden.

Die Software ist mit der Scratch-Internetplattform verlinkt. Hier können die Nutzer ihre fertigen Projekte hochladen, mit anderen teilen, bewerten und kommentieren. Dadurch erhalten sie nicht nur neue Inspiration für weitere Ideen, sondern gleichzeitig auch eine Rückmeldung zu ihren Entwürfen. Außerdem besteht die Möglichkeit vorhandene Projekte zu erweitern und zu vervollständigen.

Scratch wird bereits weltweit an Schulen und Hochschulen verwendet. Die Informatik-Akademie der Hochschule Darmstadt bietet im Bereich der Computerprogrammierung spezielle Kurse für Kinder an. Dort können sie den Umgang mit der Programmiersoftware nach professioneller Anleitung erlernen. Die Digitale Schule Bayern stellt zudem ein Online-Tutorial für Scratch zur Verfügung, das den Einstieg erleichtert. Haben Kinder und Jugendliche durch Scratch am Programmieren Gefallen gefunden, können sie ihre bisherigen Erfahrungen durch andere Programmiersprachen weiterentwickeln und in diesem Bereich eventuell eine berufliche Zukunft einschlagen.

Christin Müller

Bildquelle:
© Patrick Wang
© Scratch

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