Von Spiel zu Spiel: Brett-Klassiker werden digital

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22. April 2012 Print This Post

Brettspiele werden längst nicht mehr nur am Küchentisch, sondern auch am Computer gespielt, denn viele Klassiker gibt es bereits als PC-Version. Spieler können sich online auf Internetplattformen mit anderen messen oder gegen virtuelle Computergegner antreten. Auch Hersteller von konventionellen Brettspielen haben den digitalen Markt für sich entdeckt.

Bei Monopoly oder Die Siedler von Catan denken viele Menschen zuerst an Brettspiele. Die traditionellen Spiele dienen aber auch als Basis für gleichnamige Computerspiele. So lassen sich die beiden Märkte Online und Offline verbinden. Der Spielehersteller Ravensburger gründete bereits im Mai 2009 die Tochtergesellschaft Ravensburger Digital. Auf der Internetseite des Unternehmens heißt es „Das Ziel der Ravensburger Digital ist die Weiterentwicklung der Ravensburger Produkte und Inhalte für alle wichtigen digitalen Medien und Spieleplattformen, ebenso wie die Entwicklung neuer Produktansätze, die zur Marke und inhaltlichen Ausrichtung passen.“ Doch passen die verschiedenen Unterhaltungsformen wirklich zusammen?

Die digitale Version von Die Siedler von Catan

Üblicherweise gehört zu einem Spieleabend, dass sich Jung und Alt gemeinsam um das Spielbrett versammeln. Dann wird reihum gewürfelt, Karten gezogen, Spielsteine verschoben. Gesellschaftsspiele alleine am Computer zu spielen, klingt daher zunächst einmal befremdlich. Aber diese Spielform hat ihre eigenen Vorteile. Denn die PC-Version lässt sich jederzeit spielen, egal wann oder wie lange der Spieler möchte und das sogar, wenn keine realen Mitspieler am Tisch sitzen. Hier stellt der PC die Gegner. Je nachdem wie gut man selbst spielt, kann meist die Spielstärke der virtuellen Mitspieler stufenweise von schwach bis schwierig eingestellt werden. Ebenso wie die Regeln orientiert sich auch die Optik der digital umgesetzten Spiele sehr nah am Original. Dadurch soll die Brettspiel-Atmosphäre beibehalten werden. Bei manchen Spielen gibt es neben der Brett-Ansicht zusätzlich noch eine 3D-Ansicht. Dadurch lässt sich das Brett kippen und drehen, sodass der Spieler das Feld besser überblicken kann. Zudem überwacht der Computer die Regeln. Kennt sich der Spieler also nicht genau mit dem Regelwerk aus und versucht einen falschen Spielzug, merkt der Computer dies sofort.

Eine Alternative zu einem computergesteuerten Gegner bietet das Onlineportal brettspielwelt.de. Diese Website bietet Nutzern eine kostenlose Auswahl an bekannten Brett-und Kartenspielen an. Online-Spieler treten hier gegeneinander an, um ihr strategisches Geschick bei Ligretto oder Die Säulen der Erde zu messen. Nachteilig ist jedoch, dass manche Reize, die das gemeinsame Spielen am Küchentisch ausmachen, am Computer wegfallen. So kann mit dem Computer nicht verhandelt werden. Auch lässt er sich ebenso wenig täuschen wie verunsichern. Die PC-Version lohnt sich folglich eher, wenn keine Mitspieler anwesend sind. So kann der PC einen familiären Spieleabend zwar nicht ersetzen, ist für Spiele-Fans aber durchaus eine unterhaltsame Alternative für zwischendurch. Die zwischenmenschliche Kommunikation und das gesellschaftliche Miteinander bleiben beim traditionellen Brettspiel eben einfach unerreicht.

Melanie Henke

Bildquelle:
© flickr – Crazybananas
© flickr –Rev. Xanatos Satanicos Bombasticos (ClintJCL)

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