Ein Rückblick auf den gamescom congress 2012

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28. September 2012 Print This Post

Das Interesse war mal wieder riesig bei der diesjährigen gamescom in Köln. Bereits zum vierten Mal gastierte Europas größte Spielemesse auf dem Gelände der Messehallen Köln/Deutz und der Andrang scheint kein Ende zu finden, da Jahr für Jahr mehr Besucher die Stände von Sony, Electronic Arts und Konsorten besuchen. In diesem Jahr waren es 275.0000 Besucher. In Verbindung mit der Messe fand ebenfalls der gamescom congress statt, der Medienvertreter und Experten aus Politik, Wirtschaft und Erziehung zusammenbringt, um sich wissenschaftlich und gesellschaftlich mit dem Thema Games auseinanderzusetzen. In diesem Jahr wurde über Themen wie Jugendschutz, Medienkompetenz und E-Learning gesprochen und medienbewusst.de war für Sie dabei.

Nach der Eröffnung der zweitägigen Konferenz durch die nordrheinwestfälische Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien Dr. Angelica Schwall-Düren standen Vorträge und Podiumsdiskussionen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Neben der Diskussion zum richtigen Jugendschutz wurde vor allem über das Thema „Videospiele als Kulturgut“ hitzig diskutiert. Geschäftsführer Dr. Maximilian Schenk vom Bundesverband Interaktiver Unterhaltungssoftware (BIU) zeigte hierbei ganz deutlich auf, dass Games im heutigen Alltag einen ganz entscheidenden Platz eingenommen haben. Für ihn sei es daher auch wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen frühzeitig sowohl an Medien als auch Games herangeführt werden. Außerdem machte er sich dafür stark, dass Games in der Gesellschaft anders wahrgenommen werden als bisher. So wurde in den Diskussionen auch die Idee einer Förderung für Videospiele ins Gespräch gebracht. Befürworter dieser Maßnahme verwiesen dabei darauf, dass heutzutage Gaming bedeutend mehr Umsatz mache als die Filmindustrie, die bereits gefördert wird.

Zum Abschluss des ersten Tages kamen dann nochmal die Gamer selbst zu Wort. Jugendliche Pro-Gamer referierten dabei über die Faszination Videogames und erzählten über ihre eigenen Erfahrungen im Umgang mit Games. Interessanterweise verwiesen auch sie darauf, dass Games noch nicht die richtige Wertschätzung erhalten, obwohl Videospiele ähnliche Voraussetzungen besäßen wie beispielsweise ein Sportverein. Kinder und Jugendliche treffen sich hierbei zum gemeinsamen Zeitvertreib und gehen ihrer Leidenschaft nach, die sich allerdings auf einer virtuellen Ebene abspielt.

Der zweite Tag des Kongresses war dann verschiedenen Workshops vorbehalten. In vier unterschiedlichen Räumlichkeiten ging es um die Themen Modernes Lernen, Medienkompetenz, Jugendschutz und Recht in der digitalen Gesellschaft. Besonders die Vorstellung des Medienpasses durch Paul-Dieter Eschbach aus dem Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW zeigte, dass Medienkompetenz auch in den verschiedenen Bundesländern einen hohen Stellenwert besitzt. So soll der Medienpass helfen im Unterricht die Schüler langsam an den richtigen Umgang mit allen möglichen Medien heranzuführen. Daneben waren aber auch Schulprojekte wie Dein Spiel. Dein Leben und Die Medienscouts Vorträge, die durchaus Vorbildcharakter besitzen.

Letztendlich haben die Teilnehmer am Ende des Kongresses viele neue Eindrücke und Informationen mitgenommen. Vor allem wurde ein neuer Blick auf Videospiele und dessen Bedeutung den Besuchern vermittelt. Auch für uns von medienbewusst.de ist insbesondere hervorzuheben, dass Games eine höhere Wertschätzung in der Gesellschaft verdienen, anstatt einer grundsätzlichen Verteufelung von Games. Jedoch ist dies nur eine Momentaufnahme und die Entwicklung und Einbindung von Games in die Gesellschaft ist weiterhin ein laufender Prozess. Aus diesem Grund werden auch im kommenden Jahr erneut über zahlreiche neue Themen auf dem Gamescom Congress diskutiert werden müssen. Der Termin dafür steht bereits fest: Die nächste gamescom wird vom 21. bis 25. August 2013 stattfinden.

Die folgenden Bilder geben unsere Eindrücke der diesjährigen gamescom wieder:


Marcel Kuhnt


Bildquellen:
© gamescom.de
© Marcel Kuhnt/medienbewusst.de

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