Zu Besuch im Computerspielemuseum Berlin

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3. Dezember 2012 Print This Post

Seit Ende 2011 hat die Hauptstadt eine Attraktion mehr. In Europas erstem und bisher einzigen Computerspielemuseum sind die Besucher dazu eingeladen die Welt der digitalen Spiele ganz neu zu entdecken. Auch medienbewusst.de hat es sich nicht nehmen lassen, dem Museum einen Besuch abzustatten.

Nach einer Begrüßung durch bekannte Helden der Videospielgeschichte wie Link aus „The Legend of Zelda“, taucht der Besucher ab in die Geschichte der Entwicklung der Computerspiele und bekommt bei ungefähr 300 Exponaten auch selbst die Möglichkeit sein Talent bei Klassikern wie Pacman unter Beweis zu stellen. Begleitet von der „Wall of Hardware“, die die Zeitgeschichte der Spielekonsolen und Computer zeigt, durchläuft der Besucher die drei Teile der Ausstellung. Im ersten Teil geht es noch nicht ausschließlich um Computerspiele, sondern um „den spielenden Menschen“ an sich. Hier werden die Anfänge der Spieler mit Fernschachpostkarten und mit Schach gegen einen Computergegner gezeigt, aber auch die von Anfang an allgegenwärtige Angst der Menschen vor einer Übermacht der Computer wird anhand des Films „WarGames‑ Kriegsspiele“ thematisiert. Außerdem wird die Kluft zwischen den Erwachsenen und den Jugendlichen als Technik-Generation und dem damit verbundenen besseren Technikverständnis angesprochen.

Mit „Winky Dink and You“ geht es weiter in den zweiten Teil des Museums und somit zu der Entwicklung der Videospiele zum Kulturgut. Winky Dink and You war ein interaktives Fernsehspiel für Kinder in den 1950er Jahren und hatte einen großen Lerneffekt, indem Kinder auf einer Folie auf dem Fernsehbildschirm das nachzeichneten, was der Moderator ihnen vormachte und der sie danach für ihre gute Arbeit lobte. Natürlich darf an dieser Stelle auch der Klassiker Pong nicht fehlen, das als erstes Telespiel mithilfe einer Tonsteuerung vom Publikum gespielt werden konnte. Auch heute noch findet man das Spiel im Programm des KiKA. An der Mauer „Game Meilensteine“ stehen Videosequenzen, Demos und auch die Originalspielhüllen zu weiteren Meilensteinen aus der Videospielgeschichte zum Anschauen bereit. Selbstverständlich gehört hierzu auch die Geschichte des wohl berühmtesten Klempners der Welt: Super Mario. Hier enthüllt der Museumsführer das Geheimnis um Marios Kleidung und seinen Beruf. Wer schon immer einmal wissen wollte warum Mario aussieht wie er aussieht, darf also gespannt sein. Auf einer Timeline kann man die Veränderungen der Spielfigur von seinen Anfängen 1981 bis in die heutige Zeit bestaunen.

Nach diesem Ausflug in Marios Welt folgt schließlich der letzte Teil des Museums, der sich mit der Wahrnehmung der Spiele durch den Menschen beschäftigt. Gleich zu Beginn wird das weitverbreitete Vorurteil ausgeräumt, dass Videospiele Kindern schaden. Im Gegenteil, durch Lernspiele werde die Gehirnaktivität erhöht und die Koordination gefördert. Jedoch sind nicht alle Spiele für ein junges Publikum geeignet. Durch die Einstufungen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) wird sichergestellt, dass Spiele nur an die für sie vorgesehene Altersgruppe verkauft werden. Im Museum sind alle Exponate ohne Alterbeschränkung, um Kindern jeden Alters den Besuch des Museums zu ermöglichen. Die einzige Ausnahme ist hier ein Exponat, bei dem zwei Spieler gegeneinander antreten und bei Punkteverlust durch leichte Schmerzen bestraft werden. Dieses Spiel darf erst ab 18 Jahren nach einer Authentifizierung und der Freigabe durch einen Museumsmitarbeiter gespielt werden.

Neben einem herkömmlichen Museumsrundgang, hat man auch die Möglichkeit die Ausstellung auf eine etwas andere Art zu erkunden. Museumsführer Henjo Richter erklärte im Gespräch mit medienbewusst.de, dass die Möglichkeit bestehe, Kindergeburtstage im Computerspielemuseum zu veranstalten. Dabei stehe eine Rallye im Mittelpunkt, bei der die Teilnehmer sich selbst Informationen im Museum erarbeiten müssten. Außerdem könnten die Kinder ihr Geschick bei einem Wii-Turnier unter Beweis stellen. Auch Führungen für Schulklassen stehen auf dem Programm. „Bei der Führung von Grundschulklassen werden Themen wie Gewalt und Abhängigkeit von Computerspielen ins Zentrum gestellt“, so Richter. Die Schüler sollen versuchen selbst einzuschätzen wie viel Zeit sie täglich mit Computerspielen verbringen und wie lang man höchstens spielen sollte. Diese beiden Aspekte sind im Umgang mit digitalen Spielen besonders wichtig.

Videospiele sind nur etwas für Nerds? Schluss mit solchen Vorurteilen! Das Computerspielemuseum in Berlin ist ein sehr empfehlenswertes Ausflugsziel für die ganze Familie. Neben Spiel und Spaß erfährt man auch viel Wissenswertes rund um das Thema Video‑ und Computerspiele. Die vielfältigen Exponate rufen nicht nur bei Fans Begeisterung hervor. Hier ist garantiert für jede Generation etwas dabei!

Eindrücke aus dem Museum:


Lisa Jünemann


Bildquellen:
© Lisa Jünemann/medienbewusst.de

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