Computerspielen fängt in der Familie an – aktuelle Studie zeigt den Anfang des Spielens

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22. November 2013 Print This Post

Das Computerspielen an sich wurde schon oft genug analysiert und thematisiert. Doch den Beginn des Spielens haben noch keine Studien untersucht. Umso interessanter ist die aktuelle Studie der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) zum Thema „Computerspiele(n) in der Familie. Computerspielesozialisation von Heranwachsenden unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte“.

Es fängt schon recht früh an. Die Rede ist vom Spielen am Computer. Nun soll dieses nicht verteufelt werden, aber diese Entwicklung, welche laut Experten mit immer jüngerem Alter stattfindet, sei beunruhigend. Bereits im Vor‑ und Grundschulalter beginnen die Kids mit dem „Gaming“. Des Weiteren zeigt die Studie, dass vor allem Jungs früh mit digitalen Spielen konfrontiert werden. Doch welche Gründe kann das haben? Liegt es daran, dass Jungs ein größeres Technikinteresse haben als Mädchen?

Erklärt wird es durch die Vorbildfunktionen der Eltern. Nachweißlich seien die Väter die Hauptvorbilder für die Kinder, wenn es um Videospiele geht. Aus diesem Grund müssten die Eltern besonders unterstützt und geschult werden, wenn es um die Medienkompetenz und Mediennutzung ihrer Kinder geht. Hierzu gibt es eine entsprechende Familien‑ und Elternberatung, die den Schwerpunkt auf die Mediennutzung legt. Laut Lutz Stroppe, Staatssekretär im Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, ist die Nutzung von Internet und Computern selbstverständlich für die Jugend. Entsprechend sollte das Thema in der Familie auch thematisiert werden.

Da Väter, Onkels oder Cousins den Jungen die Welt der Computerspiele näherbringen, fällt in den meisten Fällen den Müttern die übrige mediale Erziehungsarbeit zu. Trotzdem sollten auch die männlichen Familienmitglieder in dieser Hinsicht mehr Verantwortung übernehmen und die Kinder ebenfalls medial erziehen.

Fokus auf Geschlechter-Unterschiede

Im Rahmen der Studie wurde besonderes Augenmerk auf geschlechterspezifische Unterschiede beim Spielen gelegt. Die Grundlage für die Analyse bildeten 40 qualitative Interviews. Das Besondere an der Untersuchung: In die Analyse sind einerseits Daten aus der LfM-Studie zum Thema „Kompetenzerwerb, exzessive Nutzung und Abhängigkeitsverhalten“ und andererseits Daten aus der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten EXIF-Studie („Exzessive Internetnutzung in Familien“) eingegangen. Sprich eine Kombination aus zwei verschiedenen Studien.
Prof. Dr. Rudolf Kammerl (Universität Hamburg) sagte dazu: „Von der Art des Zugangs zu und dem Umgang mit Computerspielen hängt ab, inwieweit das Spielen als auffällig oder unproblematisch wahrgenommen wird. Spannend wird sein, den Blick künftig auf Familien zu richten, in denen die Eltern selbst Computerspiele spielen.“

Man darf also gespannt sein welche Erkenntnisse in Zukunft auf diesem Bereich der Forschung noch gemacht werden.

Michael Zierenner

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