Rückblick: JIM-Studie 2015 beleuchtet die Trends bei digitalen Spielen

Artikel weiterempfehlen

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

8. Januar 2016 Print This Post

Jim2 Seit 1998 wird mittlerweile jährlich die JIM Studie herausgegeben. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) untersucht, wie Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren Medien nutzen. Rund 1000 Jugendliche wurden dieses Jahr telefonisch befragt. Auch ihre Nutzungs‑ und Spielepräferenzen waren dabei von Interesse. Was genau diesbezüglich ermittelt wurde, wird im Folgenden berichtet.

Neben den drei klassischen Spielplattformen, Computer, Konsole oder Online Spielen werden Tablet-PCs und Smartphones immer wichtiger für Jugendliche. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass mittlerweile rund 92 % der Befragten ein Smartphone besitzen, welches sie den ganzen Tag über begleitet. 7 von 10 der 12 bis 19-Jährigen geben an, mehrmals pro Woche bis täglich eines der zahlreichen digitalen Spiele zu nutzen. Hierbei sind die Jungen mit knapp 85 % wesentlich stärker vertreten als die Mädchen, von denen 50 % regelmäßig das Spiel-Angebot nutzten. Auch die klassischen Spielplattformen sind für die männlichen Nutzer interessanter als für die weiblichen. 76 % der Jungen spielen regelmäßig auf einer dieser Plattformen, jedoch nur 17 % der Mädchen. Es gilt auch: je älter, desto weniger werden PC, Konsole oder Online Spiele genutzt.

Das Handy oder Smartphone hat hier einen ganz anderen Stellenwert, da es mobil und so gut wie zu jeder Zeit verfügbar ist. 43 % der Mädchen und 52 % der Jungen nutzen ihr Smartphone mehrmals pro Woche um zu spielen. Dreiviertel der Jugendlichen spielen zumindest selten an ihrem Handy. Allerdings gilt auch hier: je älter, desto seltener wird das Angebot genutzt. Das Tablet ist im Vergleich zum Smartphone weniger relevant. Auch wenn immer mehr ein solches besitzen, nutzen sie es kaum, um regelmäßig zu spielen.

Wie lange wird gespielt?
Durchschnittlich verbringen Jugendliche rund 87 Minuten unter der Woche und knapp zwei Stunden am Wochenende mit Spielen. Auch hier nutzten Jungen die Spielmöglichkeit weitaus intensiver. Anders, als vielleicht vermutet, verbringen ältere Jugendliche (18 – 19-Jährige) weitaus mehr Zeit mit digitalen Spielen, als Jüngere (12 – 13-Jährige). Mit 95 Minuten Spielzeit unter der Woche sind die 16 – 17-Jährigen am Stärksten vertreten. Außerdem lässt sich feststellen, dass Befragte mit Real‑/Hauptschulabschluss länger und häufiger digitale Spiele nutzen, als Jugendliche mit Abitur.

Was wird gespielt?
Am Beliebtesten ist „Minecraft“ gefolgt von dem Fußballsimulator „FIFA“, an dritter Stelle steht das Action-Spiel „Grand Theft Auto Ⅴ (GTAV)“. Das Online-Spiel „League of Legends (LoL)“ und der Shooter „Call of Duty (CoD)“ teilen sich den vierten Platz und zuletzt wird das Simulations-Spiel „Sims“ genannt. „FIFA“ und „Minecraft“ sind vor allem bei den Jungen beliebt, „Sims“ und „Candy Crush“ hingegen eher bei den Mädchen. Gewalthaltige und brutale Spiele sind sehr weit verbreitet, darunter fallen auch die beliebten Spiele GTAV, LoL und CoD. Immerhin sagen 71 % der Befragten, in ihrem Freundeskreis werden solche Spiele gespielt. Über die Hälfte der Jungen und knapp 20 % der Mädchen geben außerdem an, auch selbst das entsprechende Angebote zu nutzen. Zu diesen zählen auch das sehr gefragte „Call of Duty“, „GTAV“ (USK ab 18), „Battlefield“ und „Counter Strike“ (jeweils USK 16⁄18 je nach Version).

Insgesamt zeigt die JIM Studie, dass Jugendliche einen großen Teil ihrer Zeit mit digitalen Spielen verbringen. Immer mehr davon mit Hilfe ihres Smartphones, das ja auch allzeit verfügbar ist. Diese Entwicklung kann neben positiven natürlich auch negative Folgen mit sich bringen. Die beliebtesten Spiele enthalten brutale und gewalttätige Szenen. Dem sollten sich sowohl Kinder als auch Eltern bewusst sein und verantwortungsvoll damit umgehen.

Weitere Informationen zum mpfs, zur JIM-Studie und zu weiteren Studien finden Sie auf folgender Seite: mpfs.de

Eva Schirrmann

Bildquelle:
© mpfs.de

Ähnliche Beiträge

Kommentare