„So möchte ich auch sein!“  – Mediale Vorbilder der Kinder

15. Dezember 2008 Print This Post

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„Mama und Papa haben überhaupt keine Ahnung!“ Nicht selten hört man das aus dem Mund des eigenen Sprösslings. Da liegt es nahe, dass viele Kinder sich teilweise anderweitig Orientierung suchen.

Vorbilder begleiten uns unser ganzes Leben lang und sind nicht an ein gewisses Alter gebunden. Bei jungen Heranwachsenden sind es oftmals die Eltern, Freunde oder auch berühmte Personen, die zu Vorbildern werden. Im Normalfall sind Eltern die Ersten, an denen wir uns orientieren. Sie zeigen uns, was richtig und was falsch ist oder wie man sich in Gefahrensituationen richtig verhält. In einer „Mediengesellschaft“, wie wir sie heute haben, treten an die Seite der Eltern oftmals auch mediale Figuren.

Die Wahl dieser Figuren hängt dabei vom jeweiligen Alter der Kinder, ihren Vorlieben und ihrem Alltag ab. Außerdem gibt es Unterschiede bei der Wahl von Fernsehhelden zwischen Jungen und Mädchen. Im Vorschulalter bevorzugen Jungen meist mutige Helden, die Überlegenheit und Stärke ausstrahlen. Mit zunehmendem Alter orientieren sie sich eher an realistischeren Figuren. Jüngere Mädchen dagegen tendieren zu kindlichen Figuren, die spannende Abenteuer erleben und mit Grips und Geschick zum Ziel finden, wie zum Beispiel „Tabaluga“. Im Grundschulalter wenden sie sich oft an weibliche Helden, die ihnen Anregungen für ihr Mädchensein geben. Problematisch dabei können klischeebehaftete Darstellungen der Frau sein. Junge, hübsche und vor allem sehr schlanke Illustrationen bevölkern das allgemeine Medienbild, wobei sie meist nur die Rolle der „Hilflosen“ einnehmen und von dem männlichen Helden gerettet werden müssen. Es ist also erforderlich, dass Kinder lernen, diese überzeichneten Geschlechterrollen zu erkennen und kritisch mit ihnen umzugehen.

Darüber hinaus ist bekannt, dass Kleinkinder sich in den jeweiligen Helden hineinbegeben und die Fernsehinhalte mit eigenen Erfahrungen vermischen – Sie selbst sind die Helden. Das wird zum Beispiel deutlich, wenn sie im Nachhinein mit den Spielfiguren der geliebten Serie weiterspielen und die Abenteuer noch einmal erleben. Sie brauchen deshalb Helden, die sich weiterentwickeln. Dabei nutzen statische Figuren, die am Ende genauso stark oder intelligent sind wie am Ende, den Kindern wenig. Gut eignen sich in diesem Zusammenhang die Serien, „Pipi Langstrumpf“, „TKKG“ oder auch Animes. Für die jüngeren Kinder sind „Benjamin Blümchen“ oder „Urmel aus dem Eis“ besonders geeignet.

Im Allgemeinen ist es wichtig darauf zu achten, welche medialen Vorbilder Kinder besitzen und dass diese nicht zu den einzigen Orientierungspersonen zählen. Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, welche Serien und Figuren dem Alter des Kindes angemessen sind. Kinder grundsätzlich davor zu bewahren mediale Vorbilder zu bekommen, ist in der heutigen Zeit fast unmöglich. Doch das heißt nicht zwingend, dass es schlecht ist, seinen Serienhelden nachzueifern. Denn oftmals ist dieses Verhalten mit einem persönlichen Entwicklungsprozess des Kindes verbunden.

Heike Keck

Bildquelle:
© William Casey – Fotolia.com

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