Von Stunde null bis heute – Juri Tetzlaff über die Entwicklungen beim KI.KA

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24. Januar 2011 Print This Post

Der Kinderkanal wurde am 01.01.2011 stolze 14 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums führte medienbewusst.de Interviews mit drei wichtigen Moderatoren durch. Den Anfang macht mit Juri Tetzlaff, das KI.KA-Urgestein schlechthin. Juri ist seit Sendebeginn dabei und moderiert noch heute erfolgreich Sendungen wie Trickboxx und das Baumhaus. Im Interview vergleicht Juri den Kinderkanal von damals mit dem von heute und erzählt was sich im Laufe der Zeit verändert hat.

Herr Tetzlaff, wie sind Sie damals zum Kinderkanal gekommen?

1995 hab ich ein Praktikum bei der ZDF Jugendsendung „X-base, der Computerfuture-club“ gemacht, wo ich aber zunächst nur Kaffee gekocht und kopiert, vor allem aber zugeguckt habe. Dann fiel jemand von der Zuschauerbetreuung aus, für den ich dann einspringen musste und da habe ich für eine Sendung die Zuschauer durch das Gelände geführt. Bei einer dieser Zuschauerführungen wurde ich von einem der Produzenten gesehen und gefragt, ob ich nicht beim Casting vorsprechen möchte. Das habe ich gemacht und als dann einer der Moderatoren ausfiel und ich einspringen durfte hatte ich schon den Fuß in der Tür beim ZDF. Als dann 1997 der KI.KA gegründet wurde, wurde ein Moderator von der ARD und einer von dem ZDF genommen. Von der ARD kam Singa Gätgens und ich kam vom ZDF, eigentlich nur um die Eröffnungssendung zu moderieren und jetzt sind wir immer noch hier.

In welche Formate sind Sie derzeit involviert?

Ich mache das KI.KA –„Baumhaus“, eine Vorschulsendung vor dem Sandmann, in der die Kinder  für das Bett gehen vorbereitet werden sollen. Eine kurze Moderation die ungefähr drei Minuten läuft, die aber ein ziemlicher Quotenrenner ist, weil das bei vielen Familien zum Einschlafritual dazugehört. Dann mach ich noch die „Mit-Mach-Mühle“, das ist ein Bastelmagazin und läuft von Montag bis Samstag immer vormittags. Außerdem mach ich die Trickboxx. Das ist das Medienmagazin auf KI.KA und läuft immer sonntags um 10:30 Uhr.

Wenn Sie nochmal an die Anfangstage vom Kinderkanal zurückdenken: Was sind die Unterschiede zu heute?

Der Anfang war auf jeden Fall chaotischer. Also damals war echt ein gewisser Pioniergeist auf den Gängen, das war schon eine verrückte Sache einen Fernsehsender nur für Kinder zu erstellen. Das waren auch alles ganz junge Leute die aus ganz Deutschland nach Erfurt kamen, alle voller Tatendrang und voller Experimentierfreude und es gab da eben noch gar nicht so richtig feste Strukturen, so dass sich jeder ausprobieren konnte. Im Prinzip hat jeder ein bisschen Fernsehen gemacht, vom Redakteur über den Praktikanten bis zum Kameramann, jeder hat sich irgendwie einbringen können. Jetzt ist KI.KA ein etablierter Fernsehsender mit allen Abteilungen und allem was dazu gehört. In dieser Hinsicht ist es anders geworden, nicht schlechter, aber anders.

Wie hat sich das Auftreten des Kinderkanals verändert bzw. gibt es überhaupt nennenswerte Änderungen: Am Programm, am Design und der Art und Weise wie man an die Produktion eines Formates herangeht?

Das Design wurde regelmäßig überarbeitet. Ich finde der KI.KA hat ein sehr frisches und gutes Design, mir gefällt es. Alles in allem sieht es jetzt etwas professioneller aus. Die ersten Sendungen die wir gemacht haben, die waren mit Pappdekorationen in einem alten Heizhaus und jetzt haben wir Fernsehstudios, die zu den modernsten Europas gehören, mit virtuellen Hintergründen und feinster Technik. Das sieht natürlich einfach besser aus.

Haben sich die Wünsche, Interessen und Erwartungen der Kinder an den Kinderkanal in den letzten 14 Jahren verändert?

Am Anfang hatte man wahrscheinlich keine Erwartungen, weil der Sender einfach neu war. Jetzt gibt es Erwartungen an ein hochwertiges, werbe‑ und gewaltfreies Programm. Dieser hohen Messlatte müssen wir gerecht werden. Natürlich stehen wir auch in Konkurrenz zu den anderen Sendern. Früher waren wir der „Newcomer“, der „Pioniersender“, und jetzt werden hohe Erwartungen an uns geknüpft.

Der Kinderkanal ist Marktführer bei den Kindersendern: Worin unterscheidet sich Ihrer Meinung nach KI.KA von anderen Kindersendern und was macht ihn besser?

Qualität setzt sich durch, denke ich. Letztendlich geht es darum, dass man seine Zielgruppe erreicht. Unsere Zielgruppen sind zum einen natürlich die Kinder aber auf der anderen Seite auch die Eltern. Wir haben ein großes Qualitätsversprechen, dass die Eltern mit gutem Gewissen ihre Kinder uns gucken lassen können. Ich denke, dass dieses hohe Qualitätsversprechen bei den privaten Mitbewerbern vielleicht nicht ganz so vorhanden ist. Da geht es doch eher darum der Zielgruppe zu gefallen.

Wenn Sie die Kindersendungen ihrer Kindheit mit denen von heute vergleichen: Was fällt Ihnen auf? Gab es ähnliche Formate?

Die Hauptauffälligkeit ist natürlich, dass es heute viel viel mehr Sendungen gibt. Damals gab es „Sesamstraße“, „Löwenzahn“, „1,2 oder 3“, aber dann war der Laden auch schon mehr oder weniger zu. Es gab insgesamt so drei bis fünf Kindersendungen und vielleicht das Sommerfernsehprogramm für Kinder aber dann hatte es sich dann auch.

Die Sendungen heute sind viel differenzierter: Es gibt Nachrichtensendungen für Kinder, es gibt verschiedene Magazine für Kinder –  wie das Medienmagazin Trickboxx, das ich moderiere –, aber eben auch andere Formate wie z.B. Gameshows. Es gibt die ganze Fülle der Fernsehprogrammvielfalt die man heutzutage auch für Kinder sehen kann und das ist schon ziemlich ungewöhnlich und neu.
Medienbewusst.de bedankt sich für dieses Interview.

medienbewusst.de bedankt sich bei Juri Tetzlaff für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg.

Michael Petersen

Bildquelle:
© juri.de

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