Ben – „Man darf als Kind cool und auch ein bisschen frech sein“

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23. Mai 2011 Print This Post

Der Kinderkanal wurde am 01.01.2011 stolze 14 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums führt medienbewusst.de Interviews mit drei wichtigen Moderatoren. Nachdem bereits KI.KA-Urgestein Juri Tetzlaff und die ehemalige Kikania-Moderatorin Pia Ampewa die Veränderungen seit Sendestart aus ihrer Sicht beschrieben haben, erzählt der derzeitige KI.KA LIVE-Moderator Ben zum Abschluss der Interview-Reihe, was ihn an seiner Arbeit mit Kindern reizt und warum der KI.KA bis heute beliebt ist.

Ben, wie sind Sie zum Kinderkanal gekommen?

Der Kinderkanal von ARD und ZDF war seit Beginn meiner musikalischen Karriere bei jeder Promo-Reise mit mindestens zwei Besuchen im Jahr fester Bestandteil. Es war jedes mal witzig, cool und vor allem sehr persönlich. Tja, und dann kam eins zum anderen…..

Sie arbeiteten ja schon vorher für unterschiedliche Produktionen wie „The Dome“ oder „Bravo.TV“. Gibt es Unterschiede in der Arbeit für Kinderformate?

Die Aufgabe eines Moderators liegt auch darin, den Gästen ihre Präsentationsfläche zu geben. Ich glaube, dass das nirgends so schwierig ist wie bei Kindern und Jugendlichen. Das sehe ich als meine bisher größte Herausforderung.

Bei Formaten wie The Dome geht es hauptsächlich darum, ein Publikum anzuheitzen. Ich denke natürlich manchmal darüber nach, wie oft man eine Sendung proben muss. Aber für unsere Gäste ist es wichtig, dass sie sich wohlfühlen und sich im Studio vor den Kameras sicher fühlen und möglichst nicht aufgeregt sind. Man kann das ein bisschen mit einem Abendbrot vergleichen: Jess und ich sind das gute Graubrot und unsere Gäste sind der spannende Belag – wenn´s dann dem Publikum auch schmeckt, perfekt!

 …und wie unterscheidet sich generell die Arbeit mit Kindern, von der mit Erwachsenen?

Kinder und Jugendliche sind das fairste und ehrlichste Publikum der Welt. Noch nie habe ich schneller gemerkt, ob und wie ein Thema unsere Zuschauer und auch das Studiopublikum erreicht. Das Schöne ist, dass sie sich nicht festlegen und unvoreingenommener sind als mancher Erwachsene.

Ich denke, unser Team tut alles, um aufregende und spannende Themen zu finden, aber manchmal merke ich, dass die Fragen aus dem Publikum noch mehr auf den Punkt sind als die, die ich mir überlegt habe. Es bleibt also jeden Tag spannend.

Momentan moderieren Sie das Kikania-Nachfolge-Fomat „KI.KA LIVE“. Erläutern sie unseren Lesern ganz kurz, worum es sich bei diesem Format handelt.

KI.KA LIVE ist eine Magazinsendung für Preteens, das heißt, unsere Zielgruppe sind die 10‑ bis 13-Jährigen. In der Sendung können Jugendliche ihre Stars treffen. Darüber hinaus laden wir ältere Kinder ein, die echt etwas auf dem Kasten haben oder über besondere Reisen oder Erlebnisse berichten. Daneben haben wir zum Beispiel auch themenbezogene Eventwochen wie z. B. „Trau dich!“, „Beste Stimme“ und den „Web Award“.

Der Kinderkanal ist seit langem Marktführer unter den Kindersendern. Worin unterscheidet sich ihrer Meinung nach der KI.KA von anderen Kindersendern?

Ich glaube, wir haben den Vorteil gewaltfrei und werbefrei zu sein. Das heißt, dass unsere Zuschauer unbeobachtet Fernsehen schauen dürfen. Außerdem werden die Eigen‑ und Auftragsproduktionen immer erfolgreicher und qualitativ wertiger. Wir sagen nicht, ihr müsst dranbleiben, sondern lassen jedem die Wahl. Zudem kann man beim KI.KA entspannt fernsehen, denn wir sind nicht ganz so bunt und laut wie der Rest.

Warum ist ein Sender wie der Kinderkanal ihrer Meinung nach so wichtig?

Weil es eben nicht nur um Quote beim Fernsehen gehen darf. Ich denke, dass man Werte so und so verpacken und vermitteln kann und der Kinderkanal hat eben auch einen pädagogischen Anspruch.

Hat sich das Kinderfernsehen seit ihrer eigenen Kindheit stark verändert?

Natürlich verändert sich Fernsehen und dessen Umfeld. Als ich klein war, konnte ich „Die Sendung mit der Maus“ anschließend nicht im Netz besuchen oder Antworten auf meine Fragen in einem kontrollierten Chat suchen. Interaktion ist das neue Zauberwort, und die beginnt beispielsweise beim KiKANiNCHEN mit dem Nasenküsschen und endet in der Community www.mein-kika.de.

Das heißt, das Kinderfernsehen muss seine Zuschauer heute ganz anders ansprechen als früher?

Ich denke, die Zeit, in der man mit Kindern wie mit Unmündigen reden sollte, ist vorbei. Sie wollen ernst genommen werden und sich mit mir, dem Moderator, auf einer Augenhöhe unterhalten. Das gilt zumindest für meine Zielgruppe. Vielen ist der KI.KA ab einem gewissen Alter fast schon peinlich.

Deswegen will der Sender heute vielleicht anders als früher auch eines viel stärker kommunzieren: Man darf als Kind und Jugendlicher cool und auch ein bisschen frech sein.

medienbewusst.de bedankt sich bei Ben für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg.

Michael Petersen

Bildquelle:
©
KI.KA/Carlo Bansini

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