Pete Dwojak – „Mir gefällt der Teamspirit!“

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12. Mai 2012 Print This Post

Mit Elton von 1,2 oder 3 und mit dem Löwenzahn-Moderator Fritz Fuchs haben wir bereits gesprochen. Um die Reihe der Moderatoren fortzusetzen, hat sich medienbewusst.de in diesem Monat mit Pete Dwojak vom Tigerenten Club unterhalten. Seit dem Jahr 2009 ist er der Moderator der Sendung, in der zwei Schulklassen als Tigerenten‑ und Fröscheteam gemeinsam mit ihren Lehrern gegeneinander antreten und spannende Rätsel und Aufgaben lösen. Wir haben mit Pete Dwojak über seine Aufgabe als Moderator einer Familienunterhaltungsshow und seine persönliche Einstellung zu Medienkompetenz gesprochen.

Herr Dwojak, fünf Jahre lang spielten Sie die Rolle des Henrik Beck in der Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Wie kam es dazu, dass Sie danach, seit 2009, die Kindershow Tigerenten Club moderieren?

Ich bin jemand, der sich immer wieder weiterentwickeln möchte und so habe ich Anfang 2008 für mich beschlossen in die Moderation zu wechseln. Zunächst hatte ich kleinere Co-Auftritte und war bei einigen Castings. Ende 2008 habe ich dann im Ersten den Job als Moderator des Tigerenten Club übernommen und bin bis heute sehr dankbar darüber, dass man mir das Vertrauen und die Chance gegeben hat.

Pete Dwojak mit seiner Kollegin Muschda Sherzada


Wie nehmen Sie Ihre Rolle als Moderator einer Kindersendung wahr?

Der Tigerenten Club ist ja keine reine Kindersendung, sondern vielmehr eine Familienunterhaltungsshow. Daher achten wir darauf, dass wir nicht „kindisch“ moderieren. Wir wollen, dass die Kids ernst genommen werden und die erwachsenen Zuschauer Spaß haben. Heute fühlen sich 10‑ oder 11-Jährige eher als Teenager denn als Kinder. Deswegen müssen wir schauen, den Spagat zwischen moderner Sprache, kindgerechter Umsetzung und generationsübergreifender Unterhaltung hinzubekommen. Meiner Meinung nach gelingt uns beiden Moderatoren, Muschda Sherzada und mir, und dem gesamtem Team des Tigerenten Club das sehr ordentlich.


Welche besonderen Aspekte sind zu beachten, wenn man eine Sendung für Kinder macht?

  1. Kinder wollen niemals Kinder genannt werden.
  2. Die Sendung muss klar und verständlich sein.
  3. Die Zuschauer und unsere Protagonisten im Studio sind die Stars der Sendung.
  4. „Sch…“ darf man durchaus sagen. :)
  5. Spaß, gute Laune, Authentizität sind das Wichtigste (wie generell im TV-Bereich).

Was bereitet Ihnen an der Sendung Tigerenten Club am meisten Freude?

Die Kids! Mir gefällt der Teamspirit, den die Schulklassen, die in der Sendung gegeneinander antreten, an den Tag legen. Und ich finde es toll, dass sich die Lehrer, die ja auch mitspielen, für ihre Schüler engagieren. Die Kids, die mit der Sendung aufwachsen, sollen – hoffentlich noch als Erwachsene – etwas Positives mit dem Tigerenten Club verbinden. Die Erwartung der Zuschauer, etwas Neues zu erfahren und unterhalten zu werden, will ich nicht enttäuschen. Sie geben uns immerhin das Kostbarste, was sie haben, wenn sie unsere Show einschalten: ihre Zeit.

Was möchten Sie Kindern durch Ihre Arbeit im Fernsehen mit auf den Weg geben?

Man muss Träume und Ziele haben und an diese fest glauben. Aber das allein reicht leider nicht, man muss einen Plan erstellen, wie man das auch erreichen kann. Wichtig dabei ist, die eigenen Stärken und Talente zu erkennen und zu fördern und immer fleißig zu sein. Wenn sich eine Tür verschließt, öffnet sich irgendwo ein Fenster und man muss nur reinklettern. Ich handle selbst nach diesem Motto und möchte dies auch den Kindern in der Sendung vermitteln.

Wie wichtig ist Medienkompetenz und Medienerziehung für Sie? Warum halten Sie das für wichtig?

Der Umgang mit den Medien muss den jüngeren Generationen schon in der Schule beigebracht werden. Durch Facebook, studiVZ, schülerVZ usw. geraten die Kids in eine Welt, wo sie unter Umständen sich selbst überlassen sind und das im schlechtesten Fall sogar 24 Stunden. Würden Sie ihr Kind den ganzen Tag und auch nachts einfach so auf dem Spielplatz herumtoben lassen? Die Eltern sind da in der Verantwortung und den Kindern muss klar sein, dass es sich nur um eine virtuelle Welt handelt. Wir Erwachsenen sollten die Möglichkeiten der Neuen Medien als Vorteil auf beruflicher Ebene nutzen – und ab und zu auch privat.

Wie erklären Sie Ihrem eigenen Sohn die Funktionsweise und Wirkungen von Medien?

Dafür ist er noch zu klein – aber er liebt den Elefanten der Maus! Diese tolle Page darf er ab und zu im Internet anschauen.

Worin sehen Sie spezielle Chancen und Risiken für Kinder, die sich durch die rasanten Entwicklungen in der Medienbranche ergeben?

Ehrlich gesagt sehe ich diese rasante Entwicklung der Medien nicht wirklich. Das Internet ist meiner Meinung nach genauso weit wie vor zehn Jahren und das Fernsehen wie vor zwanzig Jahren. Die Ansprüche der Zuschauer und Visitors ändern sich und die Nutzer sind oftmals schnell gelangweilt. Seit zehn Jahren versucht man Internet-TV zu realisieren, aber noch ist da nicht wirklich was passiert, zumindest nicht für die breite Masse. Es ist der TV-Markt, der sich aufgrund der geänderten Sehgewohnheiten des Konsumenten versucht anzupassen. Ich würde mir mehr Mut bei den Verantwortlichen der Fernsehsender wünschen – aber zumindest reden Sie schon mal darüber :-). Die Eltern sollten regelmäßig darauf achten, was ihre Kinder im TV gucken und sich die Zeit nehmen, mit ihnen gemeinsam die Sendungen anzuschauen.
Mein Tipp: sonntags 9 Uhr das Erste einschalten und Tigerenten Club schauen!


medienbewusst.de bedankt sich bei Pete Dwojak für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg.

Judith Neiber

Bildquelle:
© Das Erste
© Tigerenten Club

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