„Schau in meine Welt!“ – Doku-Reihe öffnet Kinderaugen für fremde Kulturen

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21. Juli 2012 Print This Post

Seit dem 22. April zeigt der Kinderkanal die neue Doku-Reihe „Schau in meine Welt!“ und öffnet für die jungen Zuschauer Türen zu fremden Welten. In einem Gemeinschaftsprojekt des Hessischen Rundfunks (hr), des Mitteldeutschen Rundfunks (mdr) sowie des Kinderkanals (KiKA) und des Rundfunks Berlin Brandenburg (rbb) zeigen Kinder aus Ländern in der ganzen Welt und Deutschland ihren Alltag. Dabei gelingt es den Produzenten, die Kinder in den Vordergrund zu stellen.

Um den deutschen Kindern vor dem Fernseher die Kinderaugen für fremde Kulturen zu öffnen, verwendet der KiKA bei Schau in meine Welt! zwei Wege: Zum Einen stellen Kinder in Deutschland ihre Hobbies oder besonderen Lebensumstände vor wie Karen, die Wölfe in einem Freigehege beobachtet. Zum anderen berichten Kinder aus der ganzen Welt über ihre Kulturen und Traditionen, um ihren den Alltag den Zuschauern näher zu bringen.

Fadhel al Hashimi lebt mit seiner Familie in einer kleinen Stadt in der Nähe von Abu Dhabi. Ein Kamerateam hat ihn mehrere Tage begleitet, damit der Zuschauer das Leben eines Kindes in einer typischen arabischen Familie kennenlernen kann. Obwohl die Geschichten von Kindern aus den unterschiedlichsten Ländern erzählt werden, bleiben die Produzenten einer Linie treu. Jede Episode zeigt den normalen Alltag eines Kindes, es wird der normale Tagesablauf beschrieben. Obwohl diese Tagesabläufe in Einzelheiten nicht unterschiedlicher sein könnten, so zeigt die Dokumentation doch vor allem, dass alle Kinder in ihrem Wesen grundsätzlich gleich sind – Völlig egal, in welchem Teil der Welt sie aufwachsen.

Kinder erzählen ihre Geschichten

In Erinnerung bleibt vor allem das Nomadenmädchen Ngiti aus Namibia, die während einer Episode ihren anstrengenden Alltag vorstellte. Dabei betrat sie zum ersten Mal in ihrem Leben Asphalt und besuchte eine Stadt. Am Ende der Episode sagte sie voller Überzeugung: „Ich wünsche mir kein anderes Leben.“

Die Perspektive macht die Reisen in fremde Kulturen einzigartig. Denn Kinder erzählen den deutschen Zuschauern die Welt und ihren Alltag aus ihren Augen. Erwachsene spielen dabei nur eine Nebenrolle. „Wir erzählen die Lebenswelt der Kinder, in dem wir sie selbst berichten lassen.“, so die verantwortliche KiKA-Redakterurin Silvia Keil. Bemerkenswert ist auch, dass immer der Originalton verwendet wird, der zeitlich versetzt übersetzt wird. Somit können die jungen Zuschauer auch einen Eindruck von der Landessprache gewinnen und erleben eine wichtige Facette der jeweiligen Kultur. Zusätzlich erklärt eine Stimme aus dem Off die Geschehnisse. Doch meist sprechen die Bilder, welche von einheimischer Musik hinterlegt sind, für sich.

Der Redakteurin ist es besonders wichtig, dass die Zuschauer das Lebensgefühl von anderen Kindern nachempfinden könnten. Und das die Protagonisten – egal wie sie leben – nicht mehr fremd sind. Das Ziel der Produzenten wird gut umgesetzt und es entsteht eine Verbundenheit der Protagonisten mit den Zuschauern. Dies geschieht durch die individuelle Erzählweise der Kinder. Aber auch das Freundschaftsbuch, welches sich zu Beginn jeder Episode öffnet und im Internet zusammen mit weiteren Informationen genutzt werden kann, vervollständigen das Konzept der Sendung kindgerecht.

Diese Doku-Reihe ist nicht nur für junge Zuschauer zu empfehlen. Dank der tollen Erzählweise der Kinder ist „Schau in meine Welt!“ auch für Erwachsene eine interessante und spannende Weltreise. Gerade wegen der echten Geschichten ermöglicht die Sendung einen Einblick in unbekannte Kulturen. Auf diese Weise können schon Kinder erlernen, offen und tolerant gegenüber dem Unbekannten zu sein.

Schau in meine Welt! läuft immer sonntags von 13:30 Uhr bis 13:55 Uhr auf KiKA. Die Sendung wird empfohlen für Kinder ab 6 Jahre. Das Interview mit der verantwortlichen KiKA-Redakteurin Silvia Keil zu „Schau in meine Welt!“: Silvia Keil – Wir lassen die Kinder selbst erzählen!

Berit Prante

Bildquellen:
© KiKA

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