Appsolut kindgerecht?

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17. März 2011 Print This Post

iPad, iPod touch, Android-Handys – „Mini-Compter“ der neuesten Generation, die nicht nur das intuitive Bedienen via Multitouch-Display, sondern auch jede Menge sogenannte Apps (Engl. für Applications) mit sich bringen. Diese kann der User nutzen, um sich übers Wetter zu informieren, Börsendaten abzurufen oder eben seine Kinder zu bespaßen und sie so zum Lernenwollen anzuregen. Ob das allerdings immer wirklich sinnvoll ist, zeigt sich erst bei näherer Betrachtung sogenannter Kinder-Apps.

Multitouch-Geräte wie etwa das iPad bieten eine Vielzahl von Vorteilen, die dafür sprechen auch sein Kind damit spielen zu lassen. Die Bedienung, die nur mit den Fingern durch „Wischen“, „Drücken“ oder „Ziehen“ funktioniert, ist so subtil, dass Kinder sie sehr schnell und intuitiv erfassen können. Da ist es nicht weit hergeholt auch den Kleinen schon den multimedialen Spaß zu gönnen und ihnen ein paar kindgerechte Apps herunter zu laden. Im iTunes AppStore z.B. wird man sofort fündig und kann neben allerlei kostenlosen Testversionen auch komplette Vollversionen ab 0,79 Euro herunterladen. Ob die Apps allerdings für Kinder geeignet sind, bleibt meist zunächst verborgen.

Um dem Fehlkauf vorzubeugen empfiehlt es sich daher, Rat im Internet zu holen. the iPhone Mom z.B. bloggt regelmäßig über Neuerscheinungen im App Store und bewertet, empfiehlt und kritisiert Kinderapps. Nachteilig ist, dass das Weblog nur auf Englisch verfügbar ist. Doch das deutsche Pendant zur iPhone Mom, Kirstin Hofkens, kann da Abhilfe schaffen. Zusammen mit ihrer vierjährigen Tochter testet sie seit August 2009 zunächst Kinderapps für das iPhone und später auch solche für das iPad. Auf iphonekinderapps.de bespricht sie die jeweilige App kurz in einem Blogeintrag, gibt alle nötigen Zusatzinformationen und bewertet die App anschließend mit einem Sternchen-Punktesystem.

Kirstin Hofkens rät Eltern dazu, möglichst edukative Apps zu kaufen. Also solche Anwendungen herunterzladen, die spielend das Lernen der Kinder fördern. Dabei sei es aber nicht immer unbedingt notwendig deutschsprachige Apps zu kaufen, da oftmals Apps, den simplen Anwendungen, wie z.B. dem Kopfrechnenüben folgen, auch ohne Englischkenntnisse verständlich und spielbar sind. Sie warnt jedoch vor Spontankäufen, da viele unbrauchbare Apps im App Store angeboten werden und rät allen Eltern, sich vor dem Kauf unbedingt Kundenrezensionen anderer Eltern durchzulesen.

Eine Vorzeige-App, die Kirstin Hofkens mit fünf von fünf Sternen bewertet hat, ist z.B. „Stempeln, malen, zeichnen“ der Verlagsgruppe Random House GmbH. Diese App beruht auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Norbert Pautner und ist seit August 2010 im App Store verfügbar. Mit sieben Formen, vier Farben, einem Bleistift, und einem Radiergummi haben Kinder die Möglichkeit entweder selbst kreativ zu werden und frei zu stempeln oder mit Hilfe einer der 53 Vorlagen Tiere und andere Figuren Schritt für Schritt nachzustempeln. Silvia Petzke, Diplomandin bei der Verlagsgruppe Random House GmbH empfiehlt: „Sicherlich ist es für Kinder – wie bei allen neuen Medien – einfacher, wenn die Eltern beim ersten Ausprobieren helfend zur Seite stehen. Ist die Funktionsweise aber einmal begriffen, kann das Kind sich ganz alleine mit der App beschäftigen.“

Während sich der Gebrauch z.B. des iPads durch Kinder in Deutschland bisher noch nicht durchgesetzt hat, ist er in Amerika schon sehr weit verbreitet, wie nachfolgendes Video beweist:

Im Oktober 2010 wurden die Ergebnisse einer repräsentativen Studie, die durch das internationale Informations‑ und Medienunternehmen The Nielsen Company durchgeführt wurde, veröffentlicht. Die Studie ermittelte das Kaufinteresse von amerikanischen Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren bezüglich elektronischer Medien. Die Ergebnisse zeigen, dass an erster Stelle das iPad mit 31 Prozent liegt, dicht gefolgt vom iPod Touch (29 Prozent) und dem Nintendo DS (25 Prozent), was eindeutig die Nachfrage nach Tablets bestätigt.

Fakt ist, dass es zwar sehr kostengünstig die Möglichkeit gibt lehrreiche und kindgerechte Apps zu downloaden, aber die Anschaffung der Endgeräte in einer Spanne zwischen 100 und 500 Euro verläuft und somit nicht gerade billig in der Anschaffung ist. Ob sich nun Eltern für oder gegen Apps als Lern‑ und Spielmöglichkeit entscheiden, bleibt ihnen selbst überlassen. Silvia Petzke schlussfolgert: „Es geht weniger um ein ‚entweder – oder’ als vielmehr um ein ‚sowohl – als auch’“. Digitale Medien gehören zur Lebenswirklichkeit von Kindern heute einfach dazu und sollten deshalb auch – in verantwortungsvollem Maß – gezielt und bewusst von diesen genutzt werden können.

Ariane Koch

Bildquellen:
© dougbelshaw – flickr.com

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