„Komm spiel mit mir“

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13. Januar 2012 Print This Post

Thomas Laengerer, Kreisjungendpfleger im Alb-Donau-Kreis, hat das Projekt Komm spiel mit mir ins Leben gerufen um Eltern und Kinder über den Umgang mit modernen Medien wie Computer, Handys oder Spielekonsolen aufzuklären und über Chancen und Risiken zu sprechen. Wir haben ihn zu dem Projekt und seiner weiteren Arbeit ein paar Fragen gestellt.


Sie sind Kreisjungendpfleger im Alb-Donau-Kreis und machen hauptsächlich medienpädagogische Arbeit. War das schon immer ihr Berufswunsch?

Ich bin ausgebildeter Theaterpädagoge und habe schon immer in der Jugendbildungsarbeit gearbeitet. Der Entwicklungsschub der digitalen Medien in den letzten 15 Jahren ist auf jeden Fall eine Bereicherung meiner Arbeit und unterstützt diese.

Denken sie, dass die heutige Generation von Kindern und Jugendlichen noch ohne digitale Medien wie PC, Spielekonsole oder Fernseher leben wollen/können?

Diese Frage stellt sich so denke ich gar nicht, denn es gibt die digitalen Medien und wir werden das digitale Zeitalter nicht zurückdrehen können. Kinder und Jugendliche sind neugierig und zukunftsorientiert, deshalb werden sie alles was möglich ist auch irgendwie ausprobieren. Als Pädagogen ist es unsere Aufgabe diese Neugier ein bisschen zu kanalisieren und in die richtigen Bahnen zu lenken. Auch über Alternativen aufzuklären, ohne dabei moralisierend zu wirken.

Kann man seinen Kindern nicht auch einfach, wie früher, ein Puppenhaus oder Spielzeugautos  zum spielen geben? Oder meinen sie, die modernen Medien gehören mittlerweile einfach dazu?

Traditionelle und moderne Medien stehen nicht gegeneinander sondern ergänzen einander. Es gilt das richtige Maß an Lernen, Sport und Spiel zu finden. Dabei sind sowohl moderne Brettspiele in der Familie als auch Internet‑ und PC-spiele oder Theaterspiel in der Peergroup gemeint. In einer Zeit, in der Wissensvermittlung in der Schule einen immer größeren Raum einnimmt, muss dabei auch genau über Zeitbudgets gesprochen werden. Wahrscheinlich müssen wir den Begriff „Freizeit“ irgendwann ganz neu definieren.

Erklären sie Kurz das Projekt. Was ist das besondere daran?

Das Projekt „Komm spiel mit mir“ zeigt Möglichkeiten auf, wie wir PC, Internet, Handy, Spielekonsole, Kamera und Fernseher positiv und innovativ nützen können und uns trotzdem einen kritischen Blick bewahren. Ein „Ja“ zur schönen neuen Medienwelt heißt für uns, sie zu nutzen aber auch Alternativen aufzeigen. Wir wollen ein Netzwerk von möglichst vielen Gemeinden im Alb-Donau-Kreis aufbauen, welches von neuen (Medien‑) Partnerschaften bis zur Entwicklung von Lesepatenschaften reicht.

Wie sind sie zur Projektidee „Komm spiel mit mir“ gekommen?

Die CDU – Fraktion im Kreistag des Alb-Donau-Kreis stellte einen entsprechenden Antrag zum  Thema. Wir bekamen von dort einen Auftrag. Sehr hilfreich war hierbei die Rolle von Frau Bürgermeisterin Wurm aus Rechstenstein.

Thomas Laengerer ist Organisator und Ansprechpartner für das Medienprojekt "Komm spiel mit mir"

Wer genau ist ihre Zielgruppe?

Pädagogisches und technisches Know-how soll an Eltern und alle, die mit Kindern und Jugendlichen umgehen (also auch ErzieherInnen und LehrerInnen etc.), vermittelt werden. Ein positiver, ausgewogener Umgang mit Medien bedeutet mehr als stundenlanges Sitzen vor dem PC. Kreatives Arbeiten und Spielen mit neuen und traditionellen Methoden kann gelernt werden – am Besten mit den Kindern und Jugendlichen zusammen.

Warum halten sie es für so wichtig, Kindern und Erwachsenen „die moderne Medienwelt“ nahezubringen?

Alle Dinge in der Erziehung erledigen sich nicht von alleine. Auch wenn gerne so getan wird. Wir müssen lernen mit den Ausdrucksformen einer immer schnelleren Welt klar zu kommen. Manchmal auch in dem wir langsamer werden.

In welchen Städten haben sie das Projekt bis jetzt durchgeführt und wie viel Zeit wird in einer Stadt dafür eingeplant?

In Munderkingen und derzeit in Dietenheim. Wir räumen für jede Gemeinde bzw. Stadt  ca. 2 Jahre Projektzeitraum ein.

Was waren bis jetzt die größten Erfolge, die sie erlebt haben?

Wir haben in Munderkingen eine sehr schöne ErzieherInnenfortbildung über 8 Tage durchgeführt und können ihnen jetzt die Zertifikate überreichen. Wir haben einen sehr schönen Dokumentarfilm zum einem  für Munderkingen interessanten Thema  mit Werkrealschülern der 10. Klasse gedreht (Von Schlangen und anderen Mythen) und wir hatten einen wunderbaren Abend zum Thema „Rollenspiele“ im Kindergartenalter.

Welche Vorhaben gibt es für die Zukunft?

Wir werden in Dietenheim einen Handyfilm – Contest durchführen und ein kleines Festival organisieren. Das wird bestimmt originell und wir freuen uns darauf.

medienbewusst.de bedankt sich bei Herrn Thomas Laengerer für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg.

Tina Genßler

Bildquellen:

© Tim & Selena Middleton – flickr.com

© Thomas Laengerer

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