Lernen und spielen mit dem digitalen Lesestift

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5. April 2012 Print This Post

Haben sie schon von Ting, Tiptoi und Toystick gehört? Hinter den Namen verbergen sich „digitale Lesestifte“, die bei der Aussprache und beim Lesen lernen helfen sollen. Aber sind diese Stifte nur ein verzweifelter Versuch der deutschen Verlage um in der digitalen Welt Fuß zu fassen oder eine sinnvolle Innovation? Wir haben beim Nutzer nachgefragt.

Der Tiptoi von Ravensburger und der Toystick von Noris waren die ersten auf dem deutschen Markt. März 2011 folgte der verlagsübegreifende Ting. Diese digitalen Lesestifte lesen nicht einfach nur vor, sondern liefern auch zusätzliche Informationen, welche durch die integrierten Lautsprecher den Kindern vorgespielt werden. Bei den Lernspielen ertönen beim Überfahren der speziell markierten Punkte Informationen oder Anweisungen für das Spiel.

Möglich wird dies durch ein Netzwerk aus 2-D-Barcodes, das auf den Buchseiten und Spielbrettern gedruckt ist. Die Stiftspitzen lesen diesen Code ab und rufen die damit verknüpften Audiodateien auf. Diese lassen sich zuvor einfach aus dem Internet herunterladen und per USB Kabel auf die Stifte übertragen. So ist es dem Kind z.B. möglich, ein Hundegebell zu hören, wenn es mit dem Stift über eine bestimmte Stelle im Buch fährt.

Die Lesestifte sind für Kinder unterschiedlichen Alters geeignet

Doch wie gut werden diese Stifte im häuslichen Kinderzimmer aufgenommen? Andrea Gütschow aus Berlin hat ihrer Tochter Eyleen zum 5. Geburtstag einen Tiptoi Stift gekauft. In einem Spielwarengeschäft ist Andrea eher durch Zufall auf den Tiptoi gestoßen. Sie fand es interessant, dass sich Eyleen mit Hilfe des digitalen Stiftes alles selbst erklären kann. Daher hat sie das Starterpaket mit Stift und Lernspiel gekauft. Das Spiel hat Andrea ebenso überzeugt wie ihre Tochter, denn Eyleen konnte sofort ohne Probleme mit dem Gerät umgehen.

Kein Wunder also, dass Ravensburger ein Umsatzplus von 6,7 % zum Jahresbeginn aufweisen konnte. Doch ist es nicht schwierig, die Lernspiele für Kinder unterschiedlichen Alters gleichermaßen tauglich zu machen? Darin sieht Andrea kein Problem, denn Eyleen spielt es nach einem Jahr immer noch sehr gerne. Dies ist, laut Andrea, darauf zurück zu führen, dass man die Spiele individuell anpassen kann: An das Alter oder an die Lernsituation in der Schule. So kann man z.B. bei dem Spiel „Zahlenzauber“ verschiedene Zahlenräume einstellen: Von 0 bis 10 oder von 0 bis 100.

Jeder Lesestift funktioniert meist nur mit eigenen Produkten

Der größte Haken ist jedoch, dass der Tiptoi nur mit Ravensburger-Produkten funktioniert, der Toystick nur mit Noris-Produkten. So musste sich Andrea nach ihrem Starterpaket für 40 € (Spiel + Stift) immer nur Tiptoi abhängige Ravensburger-Produkte kaufen. Trotzdem ist sie der Meinung, dass sie bei ihren insgesamt drei Spielen ein breites Spektrum für Eyleens Bedürfnisse abgedeckt hat: Eines für Zahlen, eines für Englisch und das andere um lesen zu lernen. Jedes weitere Spiel würde wieder 20 € kosten, was für Eyleens Mutter doch etwas zu teuer ist.

Konsumentenfreundlicher dagegen soll dagegen der „Ting“ von Himmer sein. Dieser ist verlagsübergreifend angelegt und macht damit die Auswahl flexibler. Andrea ist von dieser Idee begeistert, will allerdings bei den Ravensburger-Produkten bielben, da sie mit diesen zufrieden ist. Auch mit den Audiodateien hat Andrea keine Probleme. Zwar muss man sich erst auf der der Ravensburger-Homepage anmelden, die Dateien aus dem Internet herunterladen und per USB Stick auf die Stifte übertragen, allerdings ist sie dabei bisher auf keinerlei technische Schwierigkeiten gestoßen.


Hohes Potenzial und gute Erfolgsaussichten.

Die Stifte sind zudem eine sehr gute Möglichkeit, um sich mit neuen Sprachen auseinander zu setzen. Das erste Spiel für Eyleen war der „English Guide“ und Andrea hält es für eine gut Methode um einige Wörter der englischen Sprache zu lernen. Durch die Audiodateien kann man sofort hören, wie welches Wort klingt. Dies gilt allerdings nur für kleine Wörter. Anhand des Spieles kann nicht die komplette Sprache erlernt werden, so Andrea. Auch helfen die Spiele, die sie gekauft hat, nicht beim Lernen der Schreibweise, denn die Kinder müssen nur auf Punkte tippen um dann das Wort zu hören.

Abschließend ist zu sagen, dass die Stifte für die Kinder eine hervorragende Lernhilfe darstellen aber nicht alleine zum Lernen von neuen Sachverhalten ausreichen und auch die Aussprache nicht besonders fördern. Laut Andrea war die Aussprache bei dem englischen Spiel immer etwas undeutlich. Als Verbesserungsvorschlag gab sie an, dass es sinnvoller wäre, wenn die Stifte etwas schneller sprechen würden. Aber alles im allem bieten die Geräte dem Kind eine sinnvolle Beschäftigung, wodurch sie ihr in der Schule erlerntes Wissen vertiefen können. Für Andrea ist es eine gute Investition und ein benutzerfreundliches Produkt mit hohem Potenzial und guten Erfolgsaussichten.

Anika Penn

Bildquelle:
© Andrea Gütschow

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