Smartphones erobern die Welt

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13. Mai 2012 Print This Post

Modern oder doch schockierend? Eine neue Studie des IT-Branchenverbands BITKOM hat ergeben, dass fast jeder dritte Deutsche ein Smartphone besitzt. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar noch mehr. Das Hightech-Gerät ist massentauglich geworden. Wir blicken daher zurück auf die Geschichte des Smartphones.

„Smartphones haben in wenigen Jahren den Handy-Markt aufgerollt und werden mehr und mehr zur Fernbedienung unseres Lebens.“ So äußerte sich René Schuster, Präsidiumsmitglied des IT-Branchenverbands BITKOM, zu einer aktuellen Umfrage. Die Befragung ergab, dass schon jeder dritte Deutsche ein Smartphones besitzt. Bei den Teenagern und den unter 30-Jährigen ist es sogar jeder Zweite.

Der "IBM Simon"

Der "IBM Simon"

Doch wann gab es das erste Smartphone und welches Unternehmen hat es auf den Markt gebracht? Kaum jemand wird sich noch daran erinnern, doch bereits im Jahr 1993 stellte der Computer-Riese IBM das erste Smartphone vor: den „IBM Simon“. Fast 15 Jahre bevor Apple das iPhone auf den Markt brachte. Das Mobiltelefon besaß schon damals einen Touchscreen und war mit einer E-Mail-Funktion ausgestattet. Dafür kostete es auch 899 $. Ob es deswegen in Vergessenheit geriet?

Etwas populärer hingegen war der „Nokia 9000 Communicator“, welcher schon 1996 in der Lage war, HTML-Webseiten darzustellen. Erstmals war es möglich, von unterwegs aus Faxe zu versenden und Adressen zu verwalten. Sogar ein mobiler Internetzugang war eingebaut.

Der Begriff „Smartphone“ wurde jedoch erst 2000 durch Ericssons „R380“ geprägt. Es verband die Funktionen eines PDAs (personal digital assistant) mit denen eines Handys und passte sogar in die Hosentasche. Vor 12 Jahren war dies eine Sensation.

Das original iPhone

Das original iPhone

Den Ruhm seiner Vorgänger erntete wenige Jahre später das iPhone. Vor gerade einmal fünf Jahren brachte Apple mit seinem iPhone das vermeintlich „erste Smartphone“ auf den Markt und löste einen Boom aus. Das iPhone versetzte 2007 die gesamte Mobilfunkindustrie in ein Smartphone-Fieber und machte es massentauglich. Obwohl die erste Generation des iPhones technisch noch lange nicht ausgereift war, verkaufte sich das iPhone über sechs Millionen Mal. Zu Verkaufsbeginn bestand allerdings noch keine Möglichkeit, zusätzliche Programme oder Apps zu installieren.

Daher war die Einführung des „App Stores“ im März 2008 ein bedeutender Schritt in die Zukunft. Der App Store ermöglicht es den Nutzern, ihre Smartphones individuell an ihre Bedürfnisse anzupassen. Von „Google Earth“ und Navigationsprogrammen bis hin zum „Gitarrenstimmgerät“ oder einem Musikerkennungsdienst finden die Nutzer unter den rund 585.000 Apps nahezu alles, was sie im Alltag benötigen – vereint in einem kleinen, mobilen Endgerät.

Das iPhone wurde zum großen Vorbild und animierte Google zur Entwicklung des freien Betriebssystems „Android“. Dieses wurde vielfach kopiert und machte es unterschiedlichen Herstellern möglich, auf den Smartphone-Zug aufzuspringen. Darunter Samsung, Nokia, HTC, Sony oder Motorola. Das Smartphone ist daher längst kein Exklusiv-Produkt mehr und auch für Menschen mit kleinem Geldbeutel erschwinglich. Die Zahlen bestätigen dies: Im Jahr 2011 sind deutschlandweit laut BITKOM rund 11,8 Millionen Smartphones verkauft worden. Dies entspricht einem Anstieg von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Absatz von herkömmlichen Handys ging dagegen um 19 Prozent auf 15,6 Millionen Stück zurück.

Das Geschäft des Smartphones boomt, die Funktionen sind allerdings noch nicht ausgeschöpft. Bernd Klusmann, Bereichsleiter Kommunikationstechnologien beim BITKOM, macht auf die künftige Entwicklung aufmerksam: Absehbare technische Grenzen gäbe es kaum, denn „durch den Trend, dass die Bauteile immer kleiner werden, wird die Speicherkapazität weiter ausgebaut“, so Klusmann. „Die Mobilfunktechnologie macht ebenfalls stetig Fortschritte, so dass in Zukunft mehr Bandbreite genutzt werden kann und damit die Anwendungen vielfältiger werden können, beispielsweise mehr Video, ggf. 3D, ständige Verbindungen mit den eigenen Daten in der Cloud oder auch Anwendungen im Bereich der Augmented Reality.“

Ein weiteres, wichtiges Kriterium wird in Zukunft das Betriebssystem sein. „Zudem spielt die Sicherheit gegen Datenverluste, oder auch gegen Viren und Trojaner eine steigende Rolle“, so Klusmann weiter.

Die Entwicklung der Smartphones schreitet seit der Einführung stetig voran und wird unser Leben weiter vereinfachen. Es ist daher nur noch eine Frage der Zeit, bis jeder von uns ein Smartphone besitzen wird.

Angelika Stern

Bildquelle iPhone:
© flickr.com – Andrew*

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