Sexting – der Versand eigener Nacktfotos per Handy

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5. Juli 2012 Print This Post

Die Gefahren des Sexting sind keineswegs weniger geworden – eher im Gegenteil. Durch neue Smartphones ist es sehr viel einfacher geworden, mal schnell ein anzügliches Foto zu schießen und es zu verbreiten. Verhindern können Eltern dies durch Verbote kaum. Es hilft allerdings, über die Gefahren zu reden.

Sexting, zu Deutsch „das Versenden eigener Nacktbilder per SMS“, wird mehr und mehr zum Trend unter Jugendlichen. Laut einer Umfrage aus England besitzen über ein Viertel der Handy-Nutzer anzügliche Bilder oder Videos von sich selbst, vom Partner oder von Freunden auf ihrem Handy oder Smartphone – Fotos, die in Reizwäsche, nackt oder sogar während des Geschlechtsaktes aufgenommen wurden. Im Auftrag von GoodMobilePhones.co.uk wurden 2.000 Leute zum Thema „Sexting“ befragt. Die Ergebnisse sind alarmierend: 34 Prozent derer, die Bilder von sich auf dem Smartphone haben, teilen diese mit Freunden.

Vielen Jugendlichen ist nicht bewusst, was Sexting bedeuten kann, wenn damit nicht verantwortungsbewusst umgegangen wird. Denn wenn die erotischen Bilder erst einmal übertragen worden sind, gibt es kein zurück mehr. Diese Bilder können in falsche Hände geraten und anschließend online gestellt werden. Axel Dammler, Geschäftsführer von iconkids & youth, warnt vor der Gefahr, dass Kinder und Jugendliche die Kontrolle über verbreitete Bilder verlieren. „Auch glückliche Beziehungen gehen in die Brüche, und gerade solches Material wird dann gerne vorgezeigt“, so Dammler.

Weiterhin treffe das alles zu, was auch zum Thema Online-Mobbing gelte: Es geht um eine massive Verletzung der Persönlichkeitsrechte, die strafbar sein kann. Selbst wenn die Teenager der Meinung sind, ihre Fotos anonym veröffentlicht zu haben, ermöglichen andere Angaben aus dem Onlineprofil es oftmals, die Person auch im realen Leben ausfindig zu machen. Dies kann vor allem ein Hindernis bei der späteren Jobsuche darstellen.

In den USA wurden zwei Studien durchgeführt, bei denen folgende Risiken auftraten: In vielen Fällen wird die Intention von Sexting missverstanden: Einige weibliche Befragte gaben an, die erotischen Bilder spaßeshalber an Jungen geschickt zu haben, wohingegen die Jungen das Material eher als eine sexuelle Erwartung der Mädchen interpretierten. Trotz aller Warnungen über die Gefahren des Sextings ist es schwierig, Sexting unter Teenagern zu verhindern. „Eltern werden das kaum mitbekommen, denn wenn es um Sexualität geht, sind die Eltern außen vor – und das ist auch gut so“, erklärt Dammler.

Es mache auch keinen Sinn, im Vorfeld vor Sexting zu warnen. Viel wichtiger sei es, die Sinne der Kinder und Jugendlichen so früh wie möglich dafür zu schärfen, dass das Internet – und auch die Speicherkarte auf dem Handy – nichts vergisst. Botschaften, die gesendet wurden, kann man nicht zurückholen. Botschaften, die man nicht gesendet hat, kann andererseits aber auch niemand weiterleiten. Vertrauen sei gut, aber eben nicht alles.

Um Cyber-Mobbing oder diversen anderen Nötigungen neben allen Warnungen entgegenzuwirken wurde Snapchat von der kalifornischen Start-up Firma Toyopa Group entwickelt. Hierbei handelt es sich um eine iPhone-App, die Sexting sicherer machen soll. Das Prinzip: Versendete Bilder zerstören sich nach dem Ansehen nach ein paar Minuten von alleine. Das Abfotografieren des Handy-Displays kann selbstverständlich nicht verhindert werden.

Angelika Stern

Bildquelle:
© flickr.com – A N Ⅾ A Ⅼ Ⅰ B

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