Artikelserie: Mobile Endgeräte im Schulalltag

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30. Juli 2012 Print This Post

Schule. Jeden Tag nehmen Kinder und Jugendliche den beschwerlichen Weg auf sich. Das Smartphone oder Tablet ist natürlich immer dabei. Mobile Endgeräte sind für Kinder und Jugendliche allgegenwärtig und bestimmen ihren Alltag. Wenn Sie dann den Klassenraum betreten, ist Schluss damit. Handyverbot! Ruhe und Disziplin sind nun an der Tagesordnung. Aber sollte man die Mobilen Medien nicht lieber in den Schulalltag integrieren? Wir gehen dieser Frage mit einer Artikelserie auf den Grund.

Unsere Welt wird immer digitaler. Zeitungen werden online gelesen und Verabredungen finden über Facebook statt. Wieso sollten wir dann unsere Kinder bei ihrer Bildung von den neuen Medien fernhalten? Vielmehr sollte es wichtig sein, unsere Kinder nicht nur zu bilden, sondern sie auch auf die Zukunft vorzubereiten und ihre neue, mobile Lebenswelt mit in den Schulalltag zu integrieren. Auch Iren Schulz, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen, ist davon überzeugt: “Das Handy wird ja eher als Störfaktor angesehen und ich würde es für wichtig erachten, dass Lehrer versuchen, das Handy in ihren Unterricht zu integrieren.“

Bisher ist das allerdings noch die Ausnahme. Es sind eher einzelne Versuchsprojekte, die die Vorreiterrolle übernehmen. Am Gymnasium Neubeuern zum Beispiel lernen die Kinder längst nicht mehr nur mit Stift und Papier. Jeder Schüler stellt dort seinen Tablet-PC in die Dockingstation und ist somit mit dem Lehrerpult verbunden. Die traditionelle Tafel ist auch verschwunden, stattdessen schauen die Schüler auf eine Leinwand, wo der Desktop des Lehrer-PC abgebildet ist. Der Unterricht findet hier nur noch digital statt.

Im Vergleich mit anderen Ländern liegt Deutschland, trotz solcher Beispiele, mit der Umstellung auf neue Lernformen deutlich zurück. In einer Region Schwedens bekommen die Schüler bereits zur Einschulung ein iPad geschenkt und lernen erst in der 2. Klasse mit Stift und Papier zu schreiben. In Südkorea hat die Regierung bereits beschlossen, dass in wenigen Jahren die Schulbücher durch E-Books ersetzt werden sollen. Auch die Türkei will ihre Bildungseinrichtungen mehr Richtung Digitalisierung trimmen. In Istanbul bekommen alle Schüler der fünften Klasse aufwärts in den kommenden vier Jahren einen eigenen Tablet PC auf dem Lehrmaterial und Übungen gespeichert und abgerufen werden können. Hinzu kommen große Bildschirmtafeln für jeden Klassenraum und die Vernetzung der Geräte untereinander.

Diese Beispiele zeigen eindeutig: Tablets und iPad sind ein neuer Trend an Schulen. Aber was halten eigentlich die Lehrer davon? Sind diese bereit ihre traditionellen Lehrmethoden über den Haufen zu werfen und sich der Welt von Youtube, Facebook und Google zu öffnen?

Iren Schulz befürchtet, dass die Lehrer einerseits überfordert sein könnten und um ihre Autorität fürchten. Denn meistens kennen sie sich mit der Technik nicht so gut aus, wie ihre Schüler. Sie bietet deshalb Weiterbildungen für Lehrer an. Ein weiteres Problem sieht sie darin: „Generell sind die Lehrerausbildungen revolutionsbedürftig und meist sehr veraltet.“ Aus diesem Grund ist es ihr ein sehr großes Anliegen, die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte mehr auf die Mobilen Medien auszurichten.

In den beiden folgenden Interviews hat die Redaktion von medienbewusst.de LEhrer und Wissenschaftler zu ihren Meinungen über mobile Endgeräte an Schulen befragt.

Lesen Sie, was dabei Spannendes heraus kam:

Fördern, nicht verbieten

Lehrer müssen Kontrollverlust ertragen

„Medien alleine machen noch keinen besseren Unterricht“

Anika Penn

Bildquelle:
© flickr.com – flickingerbrad

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