Pokémon – Eine Erfolgsgeschichte aus dem Bilderbuch (Teil 2)

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7. März 2015 Print This Post

pokemonIm ersten Teil dieses kleinen historischen Abrisses konnten Sie mehr über die Anfänge der mittlerweile weltweit beliebten Titel der berühmten Spieleschmiede Nintendo erfahren. In der zweiten Hälfte schließen wir nun den Kreis und zeigen Ihnen, was bis heute spielerisch möglich gemacht wurde.

Es dauerte bis 2007, bevor Spieler in ihrem Verlangen nach weiteren Abenteuern wieder erhört wurden. Die Namen waren Diamant und Perl, zwei neue Editionen mit neuer Handlung in einer Region namens Sinnoh, aber auch einigen spieltechnischen Verbesserungen. Durch die erstmalige Nutzung des Nintendo DS konnten Spieler das Erlebnis auf zwei Bildschirmen genießen. Mithilfe der „Pokémon Watch“ schaltete man im Verlauf nach und nach kleinere nützliche Funktionen wie beispielsweise einen Radar für versteckte Gegenstände oder einen Taschenrechner frei. Der aus Silber und Gold bekannte Tageszeitenwechsel war wieder mit von der Partie und wirkte sich auf bestimmte zeitbezogene Events aus. Die Geschlechtsunterschiede der Pokémon wurden jetzt teilweise auch visuell sichtbarer gemacht. 107 neue Taschenmonster erhöhten die Fülle der fangbaren Kreaturen auf 493. Durch die erstmals nutzbare Nintendo Wi-Fi Connection wurde es möglich, mit anderen Spielern weltweit zu kämpfen oder zu tauschen. Mit Platin brachte Nintendo 2009 die zusammenfassende Edition zu Diamant und Perl heraus. Neben einigen visuellen Verschönerungen wurden keine gravierenden Änderungen vorgenommen.

Interessanter war da das Jahr 2010, in dem HeartGold und SoulSilver die Fans überraschten. Wie am Namen erkenntlich, handelte es sich hierbei um die Neuauflagen der zweiten Generation Gold und Silber. Wie in der Pikachu-Edition der ersten Generation wurde erneut eingeführt, dass ein Pokémon im Team dem Spieler hinterherlief. Dabei war es jedoch nun egal, um welches es sich genau handelte. Neben einem technischen Update wurden neue Möglichkeiten hinzugefügt, mit denen sich der Spieler austoben konnte. Allen voran der „Pokéathlon“, der es z.B. ermöglichte, mit seinen Pokémon zu Ringen oder im Hürdenlauf anzutreten. Dadurch gewonnene Punkte konnten im Anschluss gegen besondere Gegenstände eingetauscht werden.

Im Jahr darauf startete die fünfte Generation mit Schwarz und Weiß, welche 2012 erstmals in der Geschichte der Spiele einen direkten inhaltlichen Nachfolger mit Schwarz 2 und Weiß 2 erhielten, die beide in der Einall-Region spielten. Große Änderungen wie in den Vorgängern gab es hier zwar nicht, dafür eine Vielzahl kleiner. 156 neue Monster, Dreier‑ und Reihumkämpfe, Jahreszeiten, verbesserte Kampfanimationen und generell eine Ausweitung der Interaktionsmöglichkeiten des Spielers mit seiner Umwelt.

Wir sind fast in der Gegenwart angekommen. 2013 brachte die Spieleschmiede Nintendo mit Ⅹ und Y die sechste und bis heute aktuelle Generation der beliebten Kreaturen hervor. Erstmals ist das gesamte Spiel in 3D-Grafik animiert. Pokémon, Personen und generell die Kalos-Region wirken plastischer und lebendiger als zuvor und Kämpfe wurden durch eine überarbeitete Kameraführung in ihrer Dynamik deutlich intensiviert. Der Protagonist kann in einem gewissen Rahmen neu eingekleidet werden. Außerdem wurde die Anzahl der Typen durch die Einführung des Feen-Typs auf 18 erhöht. Mega-Entwicklungen erlauben es, bestimmte Kreaturen für einen Kampf in besonders starke Form zu bringen und so nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Stärke zu verändern. Weitere große Neuerung ist das „PokéMonAmi“. Dem Spieler wird es dadurch gestattet, direkt mit seinen Pokémon zu interagieren und die Möglichkeiten des Touchscreens der DS-Konsolen auszuschöpfen. Das Ganze hat allerdings auch noch einen spieltechnischen Vorteil. Es stärkt die freundschaftliche Beziehung (so ist der Name ein Kofferwort aus „Pokémon“ und „mon ami“, was auf Französisch „mein Freund“ bedeutet) zwischen Trainer und Teammitglied. Pokémon mit hoher Zuneigung kämpfen besser und sind eher gewillt, die Befehle des Spielers anzunehmen. Mit Ⅹ und Y fanden die vorerst letzten 70 Wesen Einzug in das bunte Sammelsurium, sodass die derzeitige Gesamtanzahl der sammelbaren Pokémon stolze 719 beträgt.

2014 schließlich kam die Neuauflage der Editionen Rubin und Saphir auf den Markt. „Omega Rubin“ und „Alpha Saphir“ hießen sie. Technisch wurde die dritte Generation auf den Stand der sechsten gebracht, jedoch kam auch zur Handlung ein neues Kapitel hinzu, in welchem der Protagonist verhindern muss, dass ein Meteor in die Region einschlägt. Wettbewerbe wurden um Kunststücke erweitert, die in den richtigen Zeitpunkten vorgeführt werden müssen, um die maximale Punktzahl zu erreichen. Weiterhin kamen diverse neue Gegenstände hinzu.

Wie Sie sehen, weiß Nintendo geschickt, ein eigentlich repetitives Gameplay von Generation zu Generation durch viele große und kleine Neuerungen spannend und unterhaltsam zu gestalten. Schaut man auf den weiten Weg, den der Franchise seit anderthalb Dekaden geht, so könnte man glauben, dass das Unternehmen eines der besten Erfolgsrezepte überhaupt geschaffen hat. Pokémon erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und wird es wohl noch eine ganze Weile. Wer weiß, was die Zukunft noch mit sich bringt.

Hier geht es zu Teil 1 des Artikels.

Martin Härtig

Bildquellen:
© Nintendo Europe Media

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