Snapchat – Ratgeber für die sichere App-Nutzung

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16. Oktober 2016 Print This Post

Snapchat ist eine Instant-Messaging-App, bei der der Nutzer Momentaufnahmen für eine bestimmte Sekundenanzahl verschicken kann. Danach ist das Bild wieder gelöscht. In unserem Artikel „Snapchat: Die Nachricht mit Selbstzerstörung“ erklärt medienwewusst.de die Funktionen und den Aufbau der App. Doch was für Gefahren birgt die App und wie können insbesondere Kinder vor diesen geschützt werden?
 
Datenschutz

Der Datenschutz ist wohl das wichtigste Thema, was die Nutzung von Snapchat betrifft. So wirbt die App damit, Fotos zu verschicken, die der Empfänger nur für Sekunden zu sehen bekommt. Danach werden die Bilder automatisch gelöscht und sind nicht mehr einsehbar. Doch ganz richtig ist das nicht. Zuerst werden die versendeten Bilder auf Servern in der USA zwischengespeichert, bis sie vom Empfänger abgerufen werden. So kann der Anbieter problemlos darauf zugreifen. Snapchat bestätigt dies auch in seinen Nutzerbedingungen (Punkt 3, Stand: 06.07.2016): „Obwohl wir nicht dazu verpflichtet sind, dürfen wir jederzeit und aus beliebigem Grund auf deine Inhalte zugreifen und diese prüfen, einsehen und löschen.“ Auch Anmeldedaten wie Logindaten und Geräteinformationen sowie GPS-Daten werden auf den Servern gespeichert. Des Weiteren erlaubt der Nutzer Snapchat, alle Inhalte, die in seiner History oder Live Geschichten zu finden sind, zu „bewerben, auszustellen, auszustrahlen, öffentlich vorzuführen und öffentlich auszustellen“ (Nutzerbedingungen, Punkt 3, Stand: 06.07.2016), und das gilt im Übrigen auch für Drittanbieter.
 
SnapKidz – für alle, die noch nicht 13 Jahre alt sind

Snapchat richtet sich an Personen ab 13 Jahren. Sollte sich jemand einen Account einrichten, der jünger ist, leitet ihn die App direkt zu der Version „SnapKidz“ weiter. Diese Version ist stilistisch genau so gestaltet wie Snapchat, beinhaltet aber andere Funktionen. So ist es den Nutzern zwar möglich, Bilder zu schießen, zu bearbeiten und auf dem Gerät zu speichern. Jedoch ist ein Versenden und Empfangen von Fotos nicht möglich. Die App ist nicht vernetzt und somit für Kinder geschützt.
 
Einstellungen überprüfen

In den Einstellungen der App können Änderungen an der Privatsphäre vorgenommen werden. Demnach kann die Kontaktaufnahme nur auf Freunde beschränkt sowie die History nur für bestimmte Freunde öffentlich gemacht werden. Zudem ist es möglich, Snapchat den Zugriff auf den aktuellen Standort zu verwehren.
 
Darüber reden!

Eltern sollten mit ihren Kindern über die App und ihre Nutzung ausführlich sprechen. Es sollte den Kindern deutlich gemacht werden, dass selbst wenn der Empfänger die Bilder nach Sekunden nicht mehr sehen kann, er dennoch mithilfe von Screenshots oder Drittanbietern die Bilder abspeichern kann. Gerade „Sexting“, das Versenden von freizüglichen Bildern oder Nacktfotos, ist auf Snapchat beliebt. Jedoch ist vielen nicht klar, dass die Möglichkeit des Abspeicherns besteht. Wer sich bei einem Bild nicht sehr wohl fühlt, sollte es auch nicht versenden. Außerdem sollten die Nutzer keinesfalls Fotos an Fremde schicken. Dasselbe gilt in die andere Richtung: falls ein Fremder oder vielleicht auch ein Freund jemanden belästigt, sollte der Nutzer blockiert und gemeldet werden. Das funktioniert durch längeres Antippen des Namens.

Viktoria Mayr

Bildquelle:
© snapchat.com

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