Soziale Netzwerke? Aber sicher!

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27. September 2010 Print This Post

Social Networks (deutsch: Soziale Netzwerke) haben in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erlebt. Innerhalb weniger Jahre sind ihre Mitgliederzahlen auf mehrere Millionen angewachsen. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene nutzen diese Netzwerke zur Selbstdarstellung. Und obwohl immer wieder Sicherheitslücken und Fälle von Datenmissbrauch bekannt werden, steigt die Zahl der Mitglieder täglich. Wie sie mit diesem neuen Medium umgehen müssen, wissen viele Nutzer nicht.

Mängel im Datenschutz

Erst im März dieses Jahres hat die Stiftung Warentest den Social Networks auf den Zahn gefühlt und grobe Mängel im Datenschutz attestiert. Der Passwortschutz war bei vielen Anbietern zu leicht zu umgehen, sodass dem Datendiebstahl Tür und Tor geöffnet wurde. Aber auch die Betreiber selbst nehmen es mit dem Datenschutz nicht immer so genau. So räumt sich z.B. Facebook weitgehende Rechte bei der Weitergabe persönlicher Daten ein. Facebook-Mitglieder treten unentgeltlich alle Rechte an ihrem geistigen Eigentum an den amerikanischen Online-Riesen ab. Das bedeutet im Klartext, dass alle persönlichen Daten, Fotos und Texte, die bei Facebook hereingestellt werden, in den Besitz von Facebook übergehen.

Die Finanzierung dieser Netzwerke erfolgt über Werbung, die mit Hilfe der persönlichen Daten passgenau zugeschnitten und zielgerichtet angebracht wird. Dies kann, wenn überhaupt, nur mit Widerspruch verhindert werden. Ein weiterer Schwachpunkt, auf den die Stiftung Warentest hinweist, ist der fehlende Jugendschutz. Es gibt keine Altersverifikation und es kann nicht kontrolliert werden, ob die Nutzer tatsächlich so alt sind, wie sie angeben.

Das wohl größte Gefahrenpotenzial liegt jedoch bei den Nutzern selbst. Obwohl die Social Networks ein öffentlicher Raum sind, haben viele die Illusion unter Freunden zu sein, sodass sie allzu oft fahrlässig mit ihren Daten umgehen.

Tipps zum Sicheren Umgang mit Social Networks

Wie ein richtiger Umgang mit sozialen Netzwerken aussieht, zeigt die Fachgruppe Social Media des BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V.) in einem im Mai erschienen Leitfaden für Eltern.

Als ersten Tipp nennen die Autorinnen und Autoren des Leitfadens, dass Eltern sich mit dem Thema der Sozialen Netzwerke, aber auch generell mit Online-Anwendungen sowie deren Chancen und Risiken auseinandersetzen und mit ihren Kindern darüber reden sollten. Dabei empfehlen sie den Eltern, selbst einmal ein Konto in einem Sozialen Netzwerk zu erstellen und sich mit den verschiedenen Funktionen sowie mit den Einstellungen zur Privatsphäre vertraut zu machen.

Was die Zeit angeht, die Kinder inSocial Networks verbringen sollten, raten die Fachleute den Eltern, für einen ausgewogenen Tagesablauf mit Hausaufgaben, Hausarbeit sowie „offline-Aktivitäten“ mit Familie und Freunden zu sorgen. Ein generelles Internetverbot halten sie hinsichtlich der späteren Anforderungen in Ausbildung und Beruf als kontraproduktiv.

Soziale Netzwerke sind kein privater Raum, deswegen schlägt die Fachgruppe Social Media vor, keine Daten von sich preiszugeben, die man nicht auch im realen Leben an Fremde weitergeben würde. E-Mail‑ oder Postadressen und Telefonnummern sollten daher nicht auf dem Profil stehen. Auch ist es sinnvoll, die Privatsphäreneinstellungen dahingehend zu konfigurieren, dass nur Freunde, Fotos und private Informationen einsehen können. In dem Leitfaden wird auch die Problematik angesprochen, dass die Selbstdarstellung bei Social Networks später zum Hindernis bei der Bewerbung werden kann. Daher machen sie deutlich, dass bei der Selbstpräsentation überlegt werden sollte, wie sich diese auf die berufliche Karriere auswirken kann. Fotos von ausschweifenden Partys mit übermäßigem Alkoholkonsum machen dabei keinen guten Eindruck.

Was den Datenschutz angeht, rät die Fachgruppe Social Media, vor der Zustimmung zu den Datenschutzbestimmungen und den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, diese gründlich durchzulesen. Denn hier ist aufgeführt, was mit den persönlichen Daten geschieht, ob die Daten an Dritte weitergegeben werden dürfen  und ob die Rechte an den Daten bei einem selbst verbleiben. Hier bestehen große Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern.

Das Nutzungsverhältnis mit dem Betreiber des Netzwerkes kann grundsätzlich gekündigt werden. Eine entsprechende Funktion findet sich bei allen Anbietern. Die persönlichen Daten werden dann gelöscht. Eine Garantie dafür, dass wirklich alles gelöscht wurde, gibt es jedoch nicht. Deshalb wird empfohlen nach der Löschung des Kontos, mit einem anderen Benutzerkonto zu testen, ob alle personenbezogenen Informationen tatsächlich entfernt wurden.

Nach in Deutschland geltendem Recht dürfen persönliche Daten nur an Dritte weitergeben werden, wenn der Weitergabe zuvor zugestimmt wurde. Dies muss vom Netzwerk-Anbieter protokoliert werden. Die Einwilligung kann jeder Zeit widerrufen werden. Das Recht auf Schutz vor Belästigung hat der Benutzer nicht nur in der realen, sondern auch in der virtuellen Welt, weshalb sie bzw. er im Fall von Belästigung Strafanzeige gegenüber der betreffenden Person erstatten kann. Beleidigungen, Verleumdungen oder sogenanntes „Cyber Mobbing“ verstoßen zudem meist gegen die Verhaltenskodizes der Betreiber, sodass auch innerhalb des Sozialen Netzwerkes dagegen vorgegangen werden kann.

Die Fachgruppe Social Media weist schließlich darauf hin, dass obwohl die Nutzung Sozialer Netzwerke üblicherweise kostenlos ist, Kosten für „Premium-Mitgliedschaften“ oder Zusatzapplikationen entstehen können. Informieren Sie sich daher bei Bedarf, gründlich über eventuell zusätzlich anfallende Kosten.

Maria Samantha Schwarz

Bildquelle:
© schuelervz.net

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