„Aber Mama, Museen sind langweilig!“

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30. Juli 2015 Print This Post

Aber Mama, Museen sind langweiligBildung sowie ein Gefühl für Kultur und Geschichte sind wichtig. Meistens aber ein sprich‑ und wortwörtlich staubtrockenes Thema für Kinder. Oder mit wie viel Begeisterung begegnet Ihnen Ihr Nachwuchs, wenn Sie einen Familienausflug in ein Museum unternehmen möchten? Dieser Tatsache sind sich auch die Betreiber derartiger Einrichtungen bewusst. Deswegen versuchen immer mehr, die jüngeren Besucher schon vorher für die Materie zu begeistern. Wie das gehen soll? Natürlich per Internet. Immer mehr Museen bieten auf ihren Homepages Extraseiten an, die sich speziell an Kinder richten.

Wie kann man sich das nun aber vorstellen? Zunächst einmal unterscheiden sich die Kinderseiten visuell meist stark von der Hauptseite eines Museums: bunter, einfacher strukturiert und weniger textlastig. Maskottchen oder verweissensitive Grafiken fördern den Entdeckerdrang und sorgen dafür, dass die kleinen Nachwuchsarchäologen von selbst das Interesse entwickeln, mehr sehen zu wollen. Kombiniert wird dies oftmals mit einer Auflistung von Freizeitangeboten, die das Museum für die junge Zielgruppe bietet. Das Spektrum reicht hier von der Organisation von Kindergeburtstagen über Nachtwanderungen bis hin zu verschiedenen Ferienspielen. Die tatsächliche Bandbreite unterscheidet sich letztlich von Museum zu Museum, sodass manche mehr und andere weniger anbieten. Eine oft wiederkehrende Gemeinsamkeit ist jedoch die kindgerechte Sprache. Gewichts‑ und Größenangaben von Exponaten werden in einen verständlichen Kontext gesetzt und durch bildhafte Vergleiche ergänzt. So schreibt das Naturkundemuseum im Ottoneum in Kassel auf seiner Kinderseite beispielsweise über die Fischart der Schlammspringer: „Die in Afrika lebenden Tiere können bis zu 30cm lang werden (das ist ca. so groß wie ein Meerschweinchen).“

Die Möglichkeiten des World Wide Web scheinen von vielen Betreibern aber noch nicht ganz erschlossen zu sein. Gelegentlich gestaltet es sich schwierig, von der Homepage des Museums, die sich an die regulären erwachsenen Besucher richtet, die entsprechende Verlinkung auf die Kinderseiten zu finden. Von daher sollten Sie Ihre Kinder nicht alleine auf die Suche schicken, sondern gemeinsam auf die Jagd nach diesen gehen. Sonst könnte die Ernüchterung am Ende eher kontraproduktiv sein.

Das Bild eines Ausstellungsstücks wird niemals das Bestaunen in der Realität ersetzen. Dennoch geht der Trend, die Themenschwerpunkte eines Museums zusätzlich für Kinder im Internet aufzubereiten, in die richtige Richtung. Es hilft den Institutionen, sich von ihrem verstaubten Image – wenn man es so bezeichnen möchte – bei Kindern zu befreien. Wenngleich die Implementierung in die Mutterseiten nicht immer perfekt ist und nach wie vor Optimierungsbedarf besteht, spricht absolut nichts dagegen, dass Sie sich vor Ihrem nächsten Ausflug in eine Geschichtsstätte vorher im Internet umsehen, ob Ihr Ausflugsziel nicht vielleicht schon vorher positiv zu überraschen weiß.

Martin Härtig

Bildquelle:
© Privat

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