JIM-Studie 2016: Inhaltliche Aspekte der Internetnutzung

Artikel weiterempfehlen

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

22. Januar 2017 Print This Post

jim-musik-gross

99 % der zwölf bis 19-Jährigen in Deutschland haben Zugang zum Internet. Dies hat die JIM Studie (Jugend, Information, Multimedia) gezeigt, die seit 1998 jährlich eine Basisstudie zum Umgang von 12‑ bis 19-Jährigen mit Medien und Information durchführt. Durchgeführt wird diese vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest.

Die JIM Studie hat in der Ausgabe 2016 unter anderem auch zu den beliebtesten Internetseiten von Jugendlichen geforscht. Dabei sollten die Befragten die Frage: „Und was nutzt Du im Internet am liebsten?“ ihre drei Favoriten angeben. Mit große Abstand ist dabei YouTube auf Platz eins gelandet. Gefolgt wird YouTube von WhatsApp, Facebook, Instagram, Google und Snapchat. Es wurde dabei jeweils zwischen Mädchen und Jungen unterschieden. Auffällig ist, dass Mädchen Dienste wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Tumblr eher bevorzugen, während Jungs die Internetseiten wie YouTube, Netflix, Spotify oder League of Legends und Minecraft verstärkt favorisieren.

Medienbewusst.de hat sich dazu mit Susanne Gahr unterhalten, die bei Spiegel bento, dem Ableger für die „Digital Natives“, in der digitalen Vermarktung arbeitet. Gahr meint, dass bei Mädchen in diesem Alter das Mitteilungsbedürfnis sehr hoch sei. Die Möglichkeit sich über Plattformen wie Instagram oder Snapchat selbst darzustellen werde daher gerne genutzt. Hinzu käme auch der Aufwärtsvergleich zu z.B. Models. Dies diene in erster Linie der Identitätsfindung. Praktisch meint Gahr sei das gerade in der Werbeschaltung im Internet auf Seiten mit relevanten Inhalten für Mädchen in diesem Alter bemerkbar. Dort würde die Beauty‑ Branche am meisten werben. Jungs hingegen seien eher affiner für Spiele, Streaming und Musik. Ihnen gehe es dabei mehr darum unterhalten zu werden. Dies findet auch Anwendung in der Praxis, da auf Seiten mit relevanten Inhalten für Jungs eher für Games und Sport geworben würden.

YouTube als auch Facebook stellen eine Ausnahme dar. Gahr meint, dass YouTube ein so breit gefächertes Angebot habe, sodass man dies schwer eines der beiden Geschlechter zuordnen könne. Dort gebe es von LetsPlays bis hin zur Möglichkeit der Selbstdarstellung alles. Facebook hingegen, vermutet Gahr, sei ausgeglichen, da dies eher die ältere Generation anspreche und nicht so sehr die jungen Teenager. Dies konnte die JIM Studie bestätigen. Dort hieß es: „Mit zunehmendem Alter der Befragten treten bei […] Facebook (12–13 Jahre: 9 %, 18–19 Jahre: 43%) die deutlichsten […] Unterschiede hervor.“

Da eine Erkenntnis der JIM Studie 2016 ist, dass jedoch gerade Social Media Angebote wie Snapchat, WhatsApp und Instagram auf dem Vormarsch sind, kann man gespannt sein, wie die Entwicklung in den nächsten Jahren im Bezug auf den Unterschied zwischen den Geschlechtern von zwölf bis 19 Jahren weitergeht.

Cedric Fuchs

Bildquelle:

© www.mpfs.de

Ähnliche Beiträge

Kommentare