Klassiker oder Neuverfilmung – sind Remakes wertvoll?

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14. Dezember 2008 Print This Post

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Jeder kennt das Gefühl: ein Film aus der eigenen Kinderzeit. Er war beliebt, immer noch in Erinnerung, man erzählt seinen Kindern davon und dann wird er nach Jahren neu verfilmt. Doch können die Remakes mit den Eindrücken und Erinnerungen der Originalfilme mithalten? Ist es sinnvoll, einen Film neu umzusetzen, insbesondere, wenn der Originalfilm sehr beliebt war oder noch immer ist?

Wie in den letzten Jahren immer wieder bewiesen wurde, sind Neuverfilmungen an der Tagesordnung. Dabei liegen die Erstverfilmungen oder die letzten Versionen manchmal nur wenige Jahre zurück. So zum Beispiel im Fall Peter Pan (Original: 1924, letzte Verfilmung 2004; Anzahl der Verfilmungen zehn, davon allein vier Verfilmungen zwischen 2000 und 2004). Manchmal jedoch liegen sie auch über 45 Jahre zurück wie beispielsweise bei Pünktchen und Anton. Doch ab wann ist eine Neuverfilmung nötig? Dienen Neuverfilmungen nur dazu, die Geschichten nicht zu vergessen oder auch um sich mit den Inhalten neu identifizieren zu können?

Fakt ist, dass Filmemachern von heute ganz andere filmtechnische Möglichkeiten haben. Es stellt sich jedoch die Frage, ob das allein eine Neuverfilmung rechtfertigt. Befasst man sich näher mit den Remakes und den Meinungen der Rezipienten, werden die Seiten schnell klar. Wie man Blogs und Foren entnehmen kann, ist das Publikum im Großteil der Fälle begeistert von der Neuverfilmung (Das fliegende Klassenzimmer, Emil und die Detektive, Der König von Narnia). Nur selten sind sie der Meinung, dass der Originalfilm/-serie besser war (Die rote Zora, Das doppelte Lottchen). Oft sind sie unschlüssig, da die Neuverfilmung sowohl Vor‑ als auch Nachteile mit sich bringt (Der Räuber Hotzenplotz).

Allgemein spricht gegen eine Neuverfilmung, dass der Charme des Originals durch die Modernisierung verloren gehen kann. Wenn das doppelte Lottchen plötzlich nicht mehr schwarz-weiß sondern in Farbe über den Bildschirm hüpft und das immer noch in Kleidern des 50er-Jahre-Stils, aber mittlerweile aus Schauspielern Zeichentrickfiguren wurden, fragt sich doch mancher, wo die Atmosphäre hin ist. Wenn aus den Figuren der Augsburger Puppenkiste im Film „Räuber Hotzenplotz“ menschliche Darsteller werden, stellt sich die Frage, ob die Kinder von morgen überhaupt noch wissen, was ein Puppentheater ist.
Neuverfilmung also als Fortschritt? Und selbst wenn ja, sollte dieser bestärkt werden?

Nichtsdestotrotz ist ein Großteil der Eltern von Neuverfilmungen überzeugt. Ihre Hauptgründe sind: Verstärkte Identifikation der Kinder mit den Darstellern durch Modernisierung (Kleidung, Landschaften, Einstellungen) und die Versicherung, dass wertvolle, teilweise geschichtliche Inhalte nicht verloren gehen und durch Neuverfilmungen wieder einmal angesprochen werden (die Währung „Deutsche Mark“ in „Emil und die Detektive“, DDR-Zeiten in „Das fliegende Klassenzimmer“).

Doch oft gehen die Meinungen weit auseinander, nicht zuletzt dadurch bestimmt, mit welchen Filmen wir selbst aufwachsen. Wie die oben genannten Beispiele verdeutlichen, kann man die Entscheidung pro oder contra Neuverfilmungen nicht allgemein treffen, sondern muss es jeweils in den Einzelfällen tun. Erst dann kann man eine feststellen, ob die Neuverfilmung besser oder schlechter war als das Original (oder die jeweilige Verfilmung, mit der man selbst groß wurde). Daher lasst uns sehen, was die Neuverfilmung von „Die Vorstadtkrokodile“ (nach der Vorlage Max von der Grüns), die 2009 in den deutschen Kinos erscheinen wird, mit sich bringt!

Zoe Lai

Quellen: Blogs und Foren wie
http://www.media-mania.de
http://www.ciao.de
http://www.yopi.de

http://www.dooyoo.de

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