„Bist du nicht die Hexe Lilli?“ – Alina Freund über die Sorgen und Wünsche eines Kinderstars

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15. September 2009 Print This Post

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Filmpremieren, Fotoshootings und Pressetermine. Schule, Familie und Freizeit. Das alles unter einen Hut zu bringen, fällt vielen Berühmtheiten gewiss nicht leicht. Doch wie kann erst ein Kind diese ganzen Aufgaben meistern? Alina Freund, Hauptdarstellerin des erfolgreichen Kinderfilms „Hexe Lilli – der Drache und das magische Buch“, weiß hier sicherlich mitzureden. medienbewusst.de berichtete bereits ausführlich über den talentierten jungen Nachwuchs-Star. Heute erzählt sie uns persönlich von den Möglichkeiten und Grenzen des jugendlichen Schauspielerdaseins.

Inwiefern hat sich dein Leben nach dem Film verändert?

Ja, also manche, die sprechen mich schon darauf an. Das war total witzig. Gestern und vorgestern hatte ich zwei Drehtage. Da waren so Komparsen, Mädchen, und dann hat das eine gefragt: „Bist du nicht auch die von ‚Hexe Lilli‘? Die Lilli?“ Und ich so: „Ja?“ Das ist dann immer ein bisschen peinlich.

Da bekommst du doch bestimmt auch Fanpost und musst Autogramme geben.

Ja, ich bekomme auch Fanpost, aber das läuft praktisch über meine Agentur und die gibt mir das dann und ich schicke es zurück. Wenn ich zum Beispiel auf der Straße erkannt werde, dann fragen sie meistens schon: „Ja, können wir ein Autogramm bekommen?“ Aber oft habe ich keinen Stift und keine Autogrammkarte. Meistens ist es dann ein Zettel, auf dem ich unterschreibe.

Gibt es denn außerhalb der Drehtage noch viele andere Termine?

Ja, schon. Für „Hexe Lilli“ mussten wir zu ganz vielen IKEAs. Dann musste ich anspielen, für den Jungen, der in Indien gesucht wird, für den zweiten Teil. Naja, eigentlich geht’s. Das mit IKEA war jetzt schon was Größeres. Manchmal sind vielleicht noch Fotoshootings.

Wie vereinbarst du das alles mit der Schule?

Also, eine Woche oder mal zwei Tage, das ist erfüllbar. Das lasse ich mir von einer Freundin sammeln, und hole es dann einfach nach. Beim zweiten Teil von „Hexe Lilli“ wird es in die Hauptferien verlegt, weil ich jetzt am Gymnasium bin und da muss ich schon so gut wie möglich mitkommen. Sowieso, gedreht wird in Indien, das kann ich mir ja nicht immer mit der Post zuschicken lassen.

Setzt du dir denn auch selbst Grenzen, wenn es doch einmal zu viel wird?

Ja, das war bei IKEA so. Ich musste lernen und wir haben Schulaufgabe geschrieben. Nachdem wir irgendwie schon bei zig IKEAs waren, habe ich einfach gesagt: „Nee, also jetzt reicht’s. Ihr hattet eure IKEAs, ich muss jetzt nicht um die ganze Welt reisen.“

Das ist natürlich wahr. Gibt es dabei vielleicht auch etwas, das dich dazu bringen würde, mit dem Schauspielern aufzuhören?

Ja, manchmal ist es so. Ich bin jetzt elf Jahre alt, und ab und zu kommst du dir halt komisch vor, wenn die Kleinen kommen, die nicht einmal ihren Namen sprechen können und nicht wissen, was ein Autogramm überhaupt ist. Natürlich mache ich dann gute Miene und lächle, aber du kommst dir irgendwie total doof vor. Mit elf möchte man auch etwas anderes spielen. Das Drehen ist natürlich eine Leistung, die anstrengend ist und du verpasst die Schule und dich mit deinen Freunden zu verabreden. Du steckst da schon viel rein und die ganz Kleinen wissen ja gar nicht, was das wirklich bedeutet.

Du möchtest also das Niveau immer mehr deinem Alter anpassen?

Ja, eigentlich schon.

Wie soll sich denn dein Leben in Zukunft noch weiter verändern?

Ich möchte weitermachen mit dem Schauspielern und am schönsten wäre natürlich noch einmal eine Hauptrolle in einem Kinofilm. Ein schönes großes Projekt, was einfach ein bisschen meinem Alter entsprechen soll und nicht ganz so kindlich ist. Allerdings möchte ich jetzt nicht total bekannt sein. Obwohl, das wäre vielleicht ganz witzig, aber dann kann man ja nicht einmal mehr einkaufen gehen oder so.

Also gehen dein Privatleben und deine Familie auf jeden Fall vor?

Ja, auf jeden Fall. Ich hoffe auch, dass ich nie abhebe, weil das schon sehr vielen passiert ist. Aber da habe ich Vertrauen in meine Mami, die hält mich dann schon auf dem Boden.

Deine Mutter setzt sich also auch ein, wenn sie merkt, dass es zu viel wird?

Ja, gestern war sie auch sauer, weil – da war ich irgendwie fast elf Stunden am Set. Da sagt die Mama dann schon: „Stop, jetzt reicht’s. Sie ist noch ein Kind.“

medienbewusst bedankt sich herzlich bei Alina Freund und wünscht ihr für ihre weitere Karriere viel Erfolg!

Tina Otto

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