Neue Töne für alte Kinderfilme

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22. März 2012 Print This Post

Disney-Klassiker wie „Arielle, die Meerjungfrau“ wurden im Laufe der Zeit immer wieder neu synchronisiert, damit diese „kindgerechter“ oder „moderner“ werden. Doch schadet man damit den Fans, wenn man die alten Filme immer wieder verändert, oder freuen diese sich über die Neuerungen? Bei Arielle hat es nicht geklappt.

Den Anfang machten die Filme „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, „Pinocchio“ und „Dumbo“, die bereits in den 60er und 70er Jahren in neuen Fassungen auf den Markt kamen und später sogar noch mit einer dritten Neu-Synchronisation versehen wurden.

Die Entscheidung für eine Neuvertonung wurde meist aus Gründen der Qualitätsverbesserung getroffen oder um die Filme „kindgerechter“ zu gestalten. Während die Überarbeitungen dieser Filme vom Publikum als „Modernisierung“ empfunden und hingenommen wurden, gab es nach der Neusynchronisation des ersten Teils von „Arielle, die Meerjungfrau“ heftige Proteste.

Arielle wurde zum Erfolg, vor allem wegen des Soundtracks

Die erste Version des Filmes kam 1989 in die Kinos und galt damals als der Film, mit dem Disney zum Musical-Filmformat zurückkehren wollte. Mit Erfolg. Der Film gewann zwei Oscars: Den einen erhielt er für die beste Filmmusik und den anderen für den besten Filmsong mit „Unter dem Meer“. Auch erhielt der Film zahlreiche weitere Preise für den Soundtrack.

1998 folgte die Rückkehr auf die Kinoleinwände: mit Originalbildern und komplett neuer Synchronisation. Nicht nur neue Stimmen sollten Eindruck machen, sondern auch überarbeitete Texte, die – so die Disney Studios – näher am Original der englischen Version und kindgerechter sein sollten.

Aus „Unter dem Meer“ wurde „Unten im Meer“ und Textpassagen wie „wo wär´ das Wasser besser und nasser als es hier wär“ lauten nun „bei jedem Wetter ist es viel netter und bietet mehr“. Auch Arielles Lied „Ein Mensch zu sein“ wurde verändert und wird in einer neuen Version als „in deiner Welt“ von der Meerjungfrau vorgetragen.

„Verlorener Charme“ und „Kunstschändung“

Als schließlich auf der im Jahr 2000 veröffentlichten „Special Edition DVD“ lediglich die Stimmen der neuesten Variante zu hören waren, verfassten die Fans der Originalversion hunderte Petitionen und Briefe an Disney und forderten die Synchronisation von 1989 zurück. Fragen wie „Ist es wirklich notwendig, dass Texte von Klassikern für Kinder modernisiert werden und dabei an Charme verlieren?“ stehen seither im Raum. Und besonders harte Kritiker wollten wissen: „Wieso darf man in diesem Land ungestraft Kunstwerke schänden?“

Disney ließ sich von solchen Kritiken nicht beeindrucken. „Aus kreativen Gründen“ blieb es bei der Neuvertonung. Gleichwohl scheint Disney aus seinen Fehlern gelernt zu haben: Die 3D-Version von „der König der Löwen“ im Jahre 2011 kam mit den Stimmen und Liedern der ersten Fassung in die Kinos. Lediglich Optik und Technik wurden modernisiert.

Sarah-Sophie Eckerlein

Bildquelle:
© JOE WU – flickr.com

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