Filme erstellen im Online-Workshop

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1. Mai 2012 Print This Post

Daniela Baum ist Sozialpädagogin und Initiatorin des Mediencamp-Projekts. Sie bietet fortlaufend Workshops für Kinder zur Film‑ und Audioherstellung an. Außerdem hat sie die Webseite Mediencamp.net ins Leben gerufen, auf der Kinder Selbstlern-Workshops zu Kameraführung, Filmschnitt, Schreiben und Audioproduktion vorfinden. Wir haben mit ihr über Inhalte und Ziele des Projekts gesprochen.


Frau Baum, wie entstand die Idee für „Mediencamp.net“ und welche Ziele stecken dahinter?

Der Grund für die Entwicklung der Webseite waren meine Workshops, die ich in Baden-Württemberg und Bayern anbiete, in denen Kinder unter meiner Anleitung vor allem Filme erstellen. Es gab ganz viele Kinder, die Filmen schon als Hobby betreiben, und mir während der Workshops Fragen stellen. Da hatte ich dann die Idee, dass es vielleicht ganz geschickt wäre, wenn diese Kinder ihre Fragen auch online nachverfolgen und noch ausgiebigere Antworten bekommen können. Und zwar ganz unabhängig von einem Erwachsenen, so dass sie in ihrem Interesse und ihrer Selbstlern-Herangehensweise unterstützt werden und noch autarker werden.

Daniela Baum

Daniela Baum

Wie sind diese öffentlichen Film-Workshops organisiert?

Die Organisation läuft über Bildungsträger: z.B. fragt eine Stadt oder Volkshochschule bei mir an, ob ich im Rahmen von Schulkinowochen, Kinderfilmfesten oder Ferienprogrammen einen Kurs anbieten möchte. Das sind öffentliche Kurse, zu denen sich dann jedes Kind anmelden kann. Je nach Konzept führe ich die Kurse teilweise mit Co-Referenten oder Praktikanten zusammen durch.

Bei den Schulkinowochen in Augsburg habe ich z.B. Bluebox-Workshops angeboten, an denen täglich etwa 60 Kinder teilgenommen haben, also immer drei Schulklassen pro Tag. Die Kinder können dann bei mir Filme machen. Manchmal arbeite ich auch mit Audio und Hörspiel aber überwiegen mit verschiedenen Filmkonzepten, von Bluebox über Kids TV, Comedy Street bis hin zu Musikvideos.

Bis jetzt finden diese Workshops nur in Baden-Württemberg und Bayern statt. Planen Sie, das Angebot vielleicht irgendwann auch auf andere Bundesländer auszuweiten?

Also daran habe ich auf jeden Fall großes Interesse, aber das ist nicht so einfach, weil die Offenheit dafür noch ein bisschen fehlt. Ich habe zwar bisher schon zwei, drei Anläufe gestartet, aber es ist noch nichts Konkretes zustande gekommen.

Warum empfinden Sie Medienkompetenz als so wichtig für Kinder?

Ich finde es wichtig, dass die Kinder wegkommen von dem passiven Konsumieren, und dass sie ihre eigenen Ideen vom Fernsehen oder Kino umsetzen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Natürlich geht es auch ein Stück weit darum, sie zu animieren, nicht bloß irgendwelche Sachen nachzuspielen, sondern Eigenes zu entwickeln. Im Normalfall ist bei Kindern der Drang, selber ihre Geschichte zu erzählen, aber schon stark genug. Die Kinder haben meist Vorwissen und die notwendigen Mittel zur Verfügung, sei es ein digitaler Fotoapparat, ein PC oder manchmal auch eine Videokamera oder ein Handy mit Film-und Audiofunktion. Unsere Aufgabe ist es dann, ihnen entweder indirekt auf der Selbstlern-Ebene mit den Online-Workshops oder direkt im Workshop eine Plattform zur Umsetzung ihrer Ideen zu bieten, sodass sie dann aktiv Medien produzieren und gestalten können.

medienbewusst.de bedankt sich bei Frau Baum für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg bei den Workshops und der Projektseite.

Wanda Kesel

Bildquelle:
© Daniela Baum

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