Nutzungstipps Kino

Artikel weiterempfehlen

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

17. Juli 2013 Print This Post

Nutzungstipps_Familie.jpg

Kinder und Jugendliche wachsen heute vor allem mit multimedialen Angeboten auf. Viele ihrer Erfahrungen schöpfen sie aus Filmen. Umso wichtiger ist es, dieses Ausdrucksmittel in die Erziehung und Ausildung einzubeziehen.Im folgenden finden Sie einige Tipps unserer Redaktion für die Filmnutzung. Eigene Erfahrungen, die sie mit Filmen gemacht haben und das allseits bekannte Bauchgefühl spielen hierbei natürlich eine ebenso große Rolle, wie pädagogische Empfehlungen. Schließlich wissen Sie am Besten, was für Ihr Kind zumutbar ist und was nicht.

Richtiger Umgang mit den Medien

Für einen sinnvollen Umgang mit den Medien dienen Sie, als Eltern, als maßgebliches Vorbild für Ihr Kind. Daher ist es ratsam, den privaten Medienkonsum auf die Zeit zu verlegen, in der das Kind schläft oder aus dem Haus ist. Vor‑ und Grundschulkinder sollten nur pädagogisch wertvolle Filme sehen, die sie nicht zu sehr beanspruchen. In den ersten Jahren sollten Sie Ihr Kind außerdem bei ihren ersten Filmerfahrungen begleiten, mit ihnen über das Gesehene reden und somit die Verarbeitung und das Verständnis unterstützen. Ältere Kinder sollten mehr Freiräume in der Mediengestaltung erhalten.  Dennoch sollte auf die Filmauswahl geachtet werden.

Alterskennzeichnung der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK)

Welche Inhalte für die Entwicklung Ihres Kindes ungefährlich sind, lässt sich aus den Altersstufen der FSK-Kennzeichnungen ablesen.

FSK ab 0 freigegeben/Freigegeben ohne Altersbeschränkung Schon dunkle Szenarien, schnelle Schnittfolgen oder eine laute und bedrohliche Geräuschkulisse können Ängste mobilisieren oder zu Irritationen führen. Kinder bis zum Alter von sechs Jahren identifizieren sich vollständig mit der Spielhandlung und den Filmfiguren. Vor allem bei Bedrohungssituationen findet eine direkte Übertragung statt. Gewaltaktionen, aber auch Verfolgungen oder Beziehungskonflikte lösen Ängste aus, die nicht selbständig und allein abgebaut werden können. Eine schnelle und positive Auflösung problematischer Situationen ist daher sehr wichtig.
FSK ab 6 freigegeben Bei den Sechs-bis Elfjährigen sind beträchtliche Unterschiede in der Entwicklung zu berücksichtigen. Etwa mit dem neunten Lebensjahr beginnen Kinder, fiktionale und reale Geschichten zu unterscheiden. Eine distanzierende Wahrnehmung wird damit möglich. Bei jüngeren Kindern steht hingegen noch immer die emotionale und episodische Eindrücke im Vordergrund. Ein sechsjähriges Kind taucht noch ganz in die Filmhandlung ein, leidet und fürchtet mit den Identifikationsfiguren. Spannungs‑ und Bedrohungsmomente können zwar schon verkraftet werden, dürfen aber weder zu lang anhalten, noch zu nachhaltig wirken. Eine positive Auflösung von Konfliktsituationen ist auch hier maßgebend.
FSK ab 12 freigegeben Erste Genre-Kenntnisse sind vorhanden. Eine höhere Erregungsintensität, wie sie in Thrillern oder Science-Fiction-Filmen üblich ist, wird verkraftet. Problematisch ist dagegen zum Beispiel die Bilderflut harter, gewaltbezogener Action-Filme, die zumeist noch nicht selbständig verarbeitet werden kann. Zwölf‑ bis 15-jährige Kinder befinden sich in der Pubertät, einer Phase der Selbstfindung, die mit großer Unsicherheit und Verletzbarkeit verbunden ist. Insbesondere Filme, die zur Identifikation mit einem „Helden“ einladen, dessen Rollenmuster durch antisoziales, destruktives oder gewalttätiges Verhalten geprägt ist, bieten ein Gefährdungspotenzial. Die Auseinandersetzung mit Filmen, die gesellschaftliche Themen seriös problematisieren, ist dieser Altersgruppe durchaus zumutbar und für ihre Meinungs‑ und Bewusstseinsbildung bedeutsam.
FSK ab 16 freigegeben Bei 16‑ bis 18-Jährigen kann von einer entwickelten Medienkompetenz ausgegangen werden. Problematisch bleibt die Vermittlung sozialschädigender Botschaften. Nicht freigegeben werden Filme, die Gewalt tendenziell verherrlichen, einem partnerschaftlichen Rollenverhältnis der Geschlechter entgegenstehen, einzelne Gruppen diskriminieren oder Sexualität auf ein reines Instrumentarium der Triebbefriedigung reduzieren. Auch die Werteorientierung in Bereichen wie Drogenkonsum, politischer Radikalismus oder Ausländerfeindlichkeit wird mit besonderer Sensibilität geprüft.
FSK ab 18/Keine Jugendfreigabe Das Kennzeichen „FSK ab 18“ entspricht dem bisherigen Kennzeichen „Keine Jugendfreigabe“. Dieses Kennzeichen wird vergeben, wenn eine einfache bzw. schwere Jugendgefährdung vorliegt.

Natürlich sollte man den Kennzeichnungen der FSK nicht blind vertrauen und sich vorher mit den Inhalten beschäftigen, die dem Kind gezeigt werden sollen.

Können Film und Fernsehen für mein Kind schädlich sein?

Die falsche Mediennutzung kann die Entwicklungs‑ und Lernphasen einschränken. Dieses Problem tritt vor allem auf, wenn Ihr Kind häufig Filminhalte konsumiert, die es überfordern oder verängstigen. Ebenfalls kann eine zu zeitintensive Nutzung andere Lebensbereiche beschränken, wenn  soziale Kontakte nicht genügend gepflegt und andere Aktivitäten vernachlässigt werden.

Welche Filme kann ich meinem Kind zeigen?

Kinofilme und DVDs tragen eine eindeutige Altersfreigabe der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK). Darüber hinaus erlaubt die „Parental-Guidance„-Regelung Eltern von Kindern ab sechs Jahren mit ihnen einen Film zu besuchen, der erst ab zwölf Jahren freigegeben ist. Hierbei sollte größte Vorsicht gelten und auf den persönlichen Entwicklungsstand des Kindes geachtet werden.

Die Altersfreigabe der FSK gibt jedoch keinen Aufschluss über den pädagogischen Wert des Filmes. Um dies zu erreichen empfiehlt es sich, pädagogische Empfehlungen zu lesen. Eine Auswahl finden Sie als Produktkritik auf medienbewusst.de und bei unseren Kooperationspartnern. Diese können Ihnen dabei helfen zu entscheiden, ob der Inhalt der Filme den intellektuellen Fähigkeiten der Kinder entspricht, bestimmte Werte vermittelt und welche Gefahren er eventuell birgt.

Besonders die Werte Familie, Freundschaft und Toleranz sollten bei der Auswahl als Kriterium im Vordergrund stehen. Bewertungen für aktuelle Kinofilme finden Sie bei unseren Produktkritiken.

Einbeziehung von Filmen in den Schulunterricht

Es gibt viele Möglichkeiten Filme in den Unterricht miteinzubeziehen. So eignet sich die Analyse von Filmen in Gruppen‑ oder Einzelarbeit.  Es schult die Fähigkeit, Aussagen und Thematik der Filme zu erkennen.

Filme können allerdings auch einen Einstieg in gewisse Problematiken liefern, Vertiefung schaffen oder auch eine andere Sichtweise auf Themen geben.

Geeignete Filme und Unterrichtsmaterialien für Analyseaufgaben und Filmbesprechungen finden Sie auf den Seiten von www.kinofenster.de – das Onlineportal für Filmbildung.

Kritische Themen können durch Filme an Kinder und Jugendliche herangeführt werden und für ein besseres Verständnis sorgen.

Nicht nur passiv anschauen, sondern auch selber Filme machen, kann das Verständnis für bestimmte Themen verstärken. Hier können Fertigkeiten erlangt werden, die den Kindern auf ihrem späteren Lebensweg von Nutzen sein können. Neben Softskills, wie Teamfähigkeit, Analysefähigkeit und Konzentration, lernen die Schüler die verschiedenen Bereiche der Filmproduktion kennen. Ob innerhalb des Unterrichts oder als außerschulisches Projekt, bieten Schülerfilmwettbewerbe unterschiedliche Themen.

Ähnliche Beiträge

Kommentare