Medienforschung für alle – Forschungsverbund schafft Transparenz!

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22. März 2009 Print This Post

Unsere Welt ist voller Medien. Sie sind zum festen Bestandteil unseres Alltags geworden und bestimmen diesen zu (fast) jeder Tageszeit. Kein Wunder also, wenn bereits die Kleinen unserer Gesellschaft in ihren Bann gezogen werden. Die wirklichen Ausmaße der Mediennutzung und dessen Wirkung auf Kinder und Jugendliche können die meisten Eltern jedoch nur erahnen. An diesem Punkt setzt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest an.

mpfs_logo.JPGDer Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (MPFS) ist ein Kooperationsprojekt der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz. Dabei hat es sich der Verbund zur Aufgabe gemacht, Daten und Informationen zu erheben, dokumentieren und verbreiten. Diese sollen vor allem Einblicke in die Nutzung, Wirkung und die Inhalte von Medien geben, die uns – vor allem aber unsere Kinder‑ tagtäglich umgeben.

Mit KIM (Kinder und Medien), einer Studie über den Stellenwert der Medien im Alltag von Kindern, und JIM (Jugend, Information (Multi‑)Media), der Basisstudie zum Umgang von Jugendlichen mit Medien, erarbeitet der MPFS jährlich zwei Studien, die helfen sollen, diesen Überblick über die momentanen Medienentwicklungen zu geben. Die KIM‑ Studie wird seit 1999 erhoben und ist als Langzeitstudie angelegt, um neben aktuellen Entwicklungen auch langfristige Trends zu erforschen. Dabei werden 1.200 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren mündlich und ihre Haupterzieher (meistens ihre Mütter) schriftlich befragt. Zu den Themen gehören zum Beispiel die Mediennutzung – speziell der Medien Fernsehen, Musik, Computer, Internet und Handy‑, Medienausstattung, –bindung, und Freizeitaktivitäten. Bisher wurde diese Untersuchung bereits in den Jahren 1999, 2000, 2002, 2003, 2005, 2006 und 2008 durchgeführt.

Die JIM‑ Studie, bereits seit 1998 jährlich durchgeführt, soll ebenfalls sowohl allgemeine Trends als auch aktuelle Medienentwicklungen abbilden und stellt vor allem Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren in den Fokus der Untersuchung. Hierbei werden jedes Jahr 1.000 Jugendliche zu Themen, wie Mediennutzung, –bindung, Einstellungen und Informationsquellen, telefonisch befragt.

Neben den Informationen aus den KIM‑ uns JIM-Studien steht auf der Homepage des MPFS jedem Interessierten eine umfassende Literaturdatenbank zum Thema Medienforschung und zahlreiche Infosets zur Verfügung. Zusätzlich gibt es für Lehrer speziell entwickelte Unterrichtsmaterialien, damit Kinder auch in der Schule einen richtigen Umgang mit Medien lernen und Medienkompetenz entwickeln können. Ein weiterer wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit sind die Veranstaltungen, an denen der MPFS teilnimmt, wie zum Beispiel der Mulitmediacampus oder die Stuttgarter Tage der Medienpädagogik.

Die Erforschung der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen und dessen Veröffentlichung spielen eine bedeutende Rolle bei der Medienerziehung in unserer Gesellschaft. Kinder und Jugendliche müssen sich in unserer medialen Welt zurecht finden. Dabei ist es Aufgabe der Eltern und Lehrer, sie durch diese Medienwelt zu begleiten und ihnen den richtigen Umgang mit den Medienprodukten zu lehren. In unserer schnelllebigen Zeit, die von technischen Innovationen und Weiterentwicklungen geprägt ist, verliert man allerdings schnell den Überblick über die neusten Entwicklungen. Aus diesem Grund ist es der MPFS wichtig, sowohl Basisinformationen zu erheben und zu veröffentlichen als auch die Medienkompetenz zu überprüfen und darzustellen. Der Verbund erfüllt somit die wichtige Funktion, Informationen in den öffentlichen Diskurs einzubringen und somit Transparenz und Orientierung zu schaffen, was die Erziehenden letztendlich bei der Vermittlung von Medienkompetenz unterstützt.

Annegret Jähn

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