KIM-Studie 2014: Justin Bieber bleibt das Vorbild Nummer eins

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24. Mai 2015 Print This Post

KIM-Studie 2014Seit 15 Jahren untersucht der Medienpädagogische Forschungsverbund (mpfs) die Mediennutzung und deren Bedeutung bei Kindern. Zur Datenerhebung werden Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Um die Aussagekraft der Erhebung zu verbessern, sollen auch die jeweiligen Haupterzieher einen Fragebogen ausfüllen. Ihnen werden Fragen zu Medienverhalten, Einstellung gegenüber den Medien und zum Medienumgang ihres Kindes gestellt. Nachfolgend werden die wichtigsten Ergebnisse im Bereich „Vorbilder und Idole“ vorgestellt.

Kinder lernen vor allem, indem sie andere Personen beobachten. Eine besondere Rolle spielen hierbei Personen, die in der Öffentlichkeit stehen. Oft nehmen Kinder sich diese Personen zum Vorbild und projizieren ihre eigenen Wünsche und Zukunftsvorstellungen auf sie. Aus diesem Grund hat sich der mpfs mit der Frage beschäftigt, welche Prominenten momentan von Kindern als Idole oder Vorbilder wahrgenommen werden.

Von den insgesamt über 1200 Befragten gaben knapp zwei Drittel an, für eine bestimmte Person oder Gruppe zu schwärmen. Sowohl Jungen als auch Mädchen scheinen sich laut Studie also immer noch an medialen Vorbildern zu orientieren.
Am häufigsten stammen diese aus dem Bereich Film und Fernsehen, gefolgt von Personen aus den Bereichen Sport und Musik. Ist die Geschlechterverteilung bei Film und Fernsehen noch recht ausgeglichen, fällt dagegen auf, dass überwiegend männliche Teilnehmer Sportler bewundern. Nur 5 % der Mädchen orientieren sich an Sportler, bei den Jungen sind es ganze 44 %. Anders sieht es im Bereich Musik aus, hier führen die Mädchen mit 31 % vor den Jungen mit nur 8 %. Aber auch das persönliche Umfeld der Kinder spielt bei der Suche nach einem Idol eine Rolle. Jedes zehnte Kind gab an, eine Person aus dem eigenen privaten Umfeld besonders zu verehren. Schlusslicht bilden Charaktere aus Büchern oder Comics. Die unterschiedliche Verteilung zwischen den Geschlechtern kommt vermutlich vor allem daher, dass je nach Geschlecht verschiedene Interessenschwerpunkte vorliegen. Jungen, die in ihrer Freizeit selbst Fußball spielen oder Fans eines Vereins sind, orientieren sich an dessen Spielern und nehmen sich diese zum Vorbild.

Die Auswahl der Idole hängt aber auch mit dem eigenen Alter zusammen. So orientieren sich jüngere Kinder noch öfter an fiktiven Comicfiguren, wohingegen die Vorbilder Jugendlicher meist aus den Bereichen Musik und Sport stammen. Genaue Altersangaben, ab wann diese Umverteilung stattfindet, fehlen allerdings in der Studie.

Zusätzlich konnten die befragten Kinder und Jugendlichen einzelne Personen, die ihnen als Vorbild dienen, namentlich nennen. Wie schon im Jahr 2012 ist auch dieses Jahr wieder Justin Bieber der meist genannte Prominente. Neben ihm haben es auch die Fußballer Bastian Schweinsteiger, Manuel Neuer und Thomas Müller auf die vorderen Plätze geschafft. Bei den Frauen liegen Heidi Klum und Miley Cyrus auf den ersten Plätzen. All diese Personen waren im vergangenen Jahr häufig in den Medien präsent, sei es durch die Fußballweltmeisterschaft, ihre eigene TV‑ Sendung wie bei Heidi Klum oder aufgrund eines öffentlichen Imagewandels wie bei den ehemalige Kinderstars Justin Bieber und Miley Cyrus. Besonders im Fall der beiden zuletzt genannten Prominenten ist die Nennung als Idol erstaunlich. Beide sind von den Medien stark für ihren Drogenkonsum und ihr provozierendes Verhalten kritisiert worden. Diese negativen Schlagzeilen scheinen den Befragten entweder entgangen zu sein oder sie haben sie schlicht nicht beeinflusst.

Weitere Informationen zum mpfs, zur KIM-Studie und zu weiteren Studien finden Sie auf folgender Seite: mpfs.de

Madita Pierenkemper

Quelle:
© mpfs.de

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