JIM-Studie 2014: Computer und Internet legen weiter vor

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27. Februar 2015 Print This Post

JIM-Studie 2014Jährlich ermittelt die JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbandes Südwest den Medienumgang der 12‑ bis 19-Jährigen in Deutschland. Über mehrere Jahre lassen sich daraus spannende Trends, z.B. bei den genutzten Medien ablesen. Auch dieses Jahr wurden wieder interessante Ergebnisse erhoben. Nachfolgend sind die wichtigsten Fakten aus dem Bereich Computer und Internet kurz zusammengefasst.

Hinsichtlich der Ausstattung und Nutzung von Computer und Internet wird deutlich, dass diese inzwischen zur technischen Grundausstattung gehören, da sie in 98 % der Haushalte präsent sind. Etwa drei Viertel der Jugendlichen besitzen einen eigenen Computer oder Laptop, manche sogar beides. Dabei haben Mädchen deutlich eher einen Laptop als einen Computer (64 % zu 18%), während bei Jungen die Werte in etwa gleich sind (49 % zu 45%). Knapp über die Hälfte der 12‑ und 13-Jährigen verfügt schon über einen eigenen Computer oder Laptop, während dies bei den 18‑ und 19-Jährigen schon bei fast 9 von 10 Jugendlichen der Fall ist. Im Vergleich zu den letzten Jahren zeigt sich, dass diese Werte sogar gesunken sind.

Ein Grund dafür sind Smartphones, mit denen Jugendliche ebenfalls schnell auf das Internet zugreifen können. In den letzten 14 Tagen vor der Befragung nutzten 86 % der Jugendlichen diesen Weg für einen Internetzugriff, dicht gefolgt vom Laptop (82%). Auch Tablets und Spielekonsolen werden verglichen zu früheren Jahren nun wesentlich öfter für das Surfen im Netz verwendet, wenn auch in viel geringerem Maße als Smartphone und Laptop/Computer. Mädchen gehen etwas öfter als Jungen per Smartphone ins Internet, während Jungen etwas öfter als Mädchen per Laptop oder Spielekonsole auf das Internet zugreifen.

Von den befragten Jugendlichen nutzen 81 % das Internet täglich, weitere 13 % gehen zumindest mehrmals pro Woche ins Internet, Jungen und Mädchen unterscheiden sich hierbei kaum. Altersbedingt steigt der Anteil der intensiven Internetnutzer von 64 % bei den 12‑ und 13-Jährigen auf 90 % bei den 18‑ und 19-Jährigen an. Wie zu erwarten, ist auch die tägliche Durchschnitt-Nutzungsdauer altersabhängig, sie variiert zwischen 128 Minuten (12⁄13 Jahre) bis 220 Minuten (16⁄17 Jahre). Im Durchschnitt sind damit die 12‑ bis 19-Jährigen an einem normalen Werktag 192 Minuten online, dies sind 13 Minuten mehr als noch ein Jahr zuvor.

Für die Schule und besonders die Hausaufgaben scheinen Computer und Internet ebenfalls wichtig zu sein. Im Schnitt 51 Minuten pro Tag benutzen die 12‑ bis 19-Jährigen PC und/oder Internet, um etwas für die Schule zu tun, Mädchen dabei etwas länger als Jungen (57 % zu 46%). Einmal mehr altersabhängig steigt die tägliche Nutzungsdauer an, von 41 Minuten (12‑/13-Jährige) bis zu 68 Minuten (18‑/19-Jährige) täglich. Diese Zeit verwenden die Jugendlichen am häufigsten, um sich mehrmals pro Woche mit ihren Mitschülern über Hausaufgaben auszutauschen (48%). Weiterhin suchen oder lesen viele etwas für die Schule im Netz (44%) und einige Befragte schreiben regelmäßig Texte für die Schule (21%) oder führen Berechnungen zu Aufgaben durch (13%). Nur von den Allerwenigsten werden PC und Internet zur Erstellung von Präsentationen oder für Lernhilfeprogramme benutzt. Außerdem zeigte sich u.a., dass Gymnasiasten das Netz häufiger zur Vor‑ und Nachbereitung des Unterrichts nutzen als Schüler anderer Schulformen (51 % zu 35%) und, dass bei allen Schülern die Kommunikation über Hausaufgaben um 7 % im Vergleich zum Vorjahr angestiegen ist.

Was die Nutzung von Computer und Internet in der Schule betrifft, so sind die dort ausgeübten Tätigkeiten sehr ähnlich verteilt wie jene, die zu Hause für die Schule getan werden. Allerdings sind die Zahlen der regelmäßigen Nutzer deutlich niedriger. Insgesamt ziehen die Forscher das Fazit, dass „der Einsatz von Computer und Internet eher punktuell erfolgt“ und „eine individuelle technische Ausstattung der Schüler an den Schulen eher Ausnahme denn Regel“ sei. Hier besteht für die Zukunft also noch Nachholbedarf, wenn die Schulen sich dem veränderten Nutzungsverhalten ihrer Schüler anpassen wollen.

Weitere Informationen zum mpfs, zur JIM-Studie und zu weiteren Studien finden Sie auf folgender Seite: mpfs.de

Sebastian Driever

Bildquellen:
© mpfs.de

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