JIM-Studie 2014 deckt aktuelle Trends bei Handys und Smartphones unter Jugendlichen auf

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27. Februar 2015 Print This Post

JIM-Studie 2014Wie und wie lange nutzen Jugendliche Medien? Welche neuen Medien nutzen sie und welche neuen Trends gibt es? All dies sind Fragen, die sich Eltern immer häufiger stellen. Auch für die Wissenschaft sind diese Bereiche von hoher Bedeutung. Aus diesem Grund führt der „Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest“ (mpfs) seit 1998 die sogenannte JIM-Studie durch. Befragt werden Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren hinsichtlich Mediennutzung, Medienbesitz und Medienpräferenzen.

Im Folgenden werden besonders die Ergebnisse der aktuellen Erhebung aus dem Bereich „Handy und Smartphone“ genauer erklärt. Insgesamt wurden im Jahr 2014 dazu 1.185 Jugendliche befragt.

Zunächst setzt sich der allgemeine Trend, dass immer mehr Jugendliche ein Smartphone besitzen, auch 2014 fort. Besaßen im Jahr 2012 noch weniger als die Hälfte der Befragten ein Smartphone, liegt der Anteil im Jahr 2014 fast bei 100 %. Spitzenreiter ist die Gruppe der 16‑ bis 17-Jährigen mit 93 %.

Besonders beliebt bei den Jugendlichen sind laut Erhebung Instant-Messenger, wie WhatsApp, gefolgt von sozialen Netzwerk. Populärstes Beispiel hierfür ist Facebook. Bemerkenswert ist, dass sich bei diesen Apps kein altersbedingter Unterschied feststellen lässt. Der Drang zur Kommunikation über das Smartphone scheint ein genereller Trend unter Jugendlichen zu sein. So wird der Nachrichtendienst „WhatsApp“ beispielsweise vom Großteil zwischen 20 und 49 Mal am Tag genutzt. Als Motiv lässt sich das Gefühl „Etwas zu verpassen“ identifizieren. Vielen Jugendlichen geht es aber darum, sich die Zeit zu vertreiben, auch wenn sie damit nach eigenen Angaben oftmals auch viel Zeit verschwenden.

Auch die klassische Nutzung eines Telefons, also das Telefonieren, wird von Jugendlichen immer noch genutzt, kann aber mit Tätigkeiten wie „Musik hören“ und „im Internet surfen“ nicht mehr mithalten. Diese Entwicklung scheint nur logisch, betrachtet man die Tatsache, dass in allen Gruppen mindestens die Hälfte der Jugendlichen eine Internetflatrate besitzt. Mobiles Internet ist Grundvoraussetzung für viele Apps und deshalb besitzt eine weiterhin steigende Anzahl der Befragten eine Internetflatrate.

Eine weitere Entwicklung, die bereits oft in den Medien erwähnt wurde und sicherlich auch bei vielen Eltern für Besorgnis sorgt, ist Mobbing und die Verbreitung von „Schlägervideos“ oder Pornos via Smartphone. Auf die Frage, ob in ihrem Bekanntenkreis schon einmal jemand im Internet oder über das Handy gemobbt wurde, antworteten ganze 38 % mit „ja“. Das ist eine Steigerung von 6 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders präsent ist das Thema bei Mädchen zwischen 16 und 17 Jahren. Sie führen bei dieser Frage mit 42 %.
Bei Pornofilmen und brutalen Videos geben zwar die meisten an, dass sie schon von diesem Trend gehört haben, die Wenigsten gaben aber an, selbst solche Inhalte erhalten zu haben.

Insgesamt zeigt die JIM-Studie 2014 im Bereich „Handy und Smartphone“, dass sich die Verbreitung von Smartphones immer weiter fortsetzt. Jugendliche nutzen ihre Handys überwiegend zur Kommunikation und vertreiben sich mit Social Media und anderen Onlinediensten ihre Zeit. Das mit jeder neuen Entwicklung auch negative Veränderung einhergehen, ist logisch. Dennoch hält sich die Verbreitung von brutalen Videos noch in Grenzen. Besorgniserregend ist eher der steigende Trend des Online Mobbings. Eltern sollten hier aufmerksam sein und den offenen Dialog suchen.

Weitere Informationen zum mpfs, zur JIM-Studie und zu weiteren Studien finden Sie auf folgender Seite: mpfs.de

Madita Pierenkemper

Bildquellen:
© mpfs.de

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