JIM-Studie 2014: Jugendliche nutzen Internet vor allem für Kommunikation

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27. Februar 2015 Print This Post

JIM-Studie 2014Der Medienpädagogische Forschungsverband Südwest ermittelt jedes Jahr in seiner sogenannten JIM-Studie den Medienumgang deutscher Jugendlicher zwischen 12 und 19 Jahren. Jedes Mal wird u.a. untersucht, über welche Medien die Jugendlichen verfügen und welche sie wie oft nutzen. Über Jahre hinweg lassen sich dadurch spannende Entwicklungen beobachten. Im Folgenden werden die wichtigsten neuen Ergebnisse bezüglich der Internetnutzung Jugendlicher komprimiert vorgestellt.

Bei den Online-Aktivitäten der Jugendlichen haben sich interessante Ergebnisse gezeigt. Für die Ermittlung dieser wurden zunächst vom 13. Mai bis 27. Juli 2014 1200 Jugendliche zwischen zwölf und neunzehn Jahren in Deutschland telefonisch befragt. Aus dieser repräsentativen Stichprobe lassen sich Rückschlüsse auf alle etwa 6,5 Millionen deutsche Jugendliche dieser Altersspanne schließen.

Bezüglich der Lieblingsplattform im Internet führt YouTube mit 30 % vor Facebook (23%). Knappe 47 % haben bei dieser Frage jedoch keine favorisierte Seite genannt. Die Angebote Facebook, WhatsApp und Instagram werden von Mädchen mehr genutzt als von Jungen, diese bevorzugen dagegen YouTube etwas mehr. Bei der inhaltlichen Verteilung der Internetnutzung zeigt sich, dass sich seit 2008 kaum etwas verändert hat: Am häufigsten wird das Internet immer noch genutzt, um einander zu kontaktieren (44%), an zweiter Stelle für Unterhaltung (25%), gefolgt von Online-Spielen (18%) und der Informationssuche (13%). Dabei liegen Mädchen bei der Kommunikation und Jungen beim Onlinespielen vorne, bei den beiden anderen Tätigkeiten gibt es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.

Im Bereich Kommunikation wird zum gegenseitigen Austausch am häufigsten gechattet, 80 % tun dies mehrmals pro Woche. Es folgen soziale Netzwerke wie Facebook (62%), E-Maildienste (41%) und das internetbasierte Telefonieren (20%). Jungen nutzen trotz vorheriger gegensätzlicher Ergebnisse die Kommunikationswege per Internettelefonie oder bei Online-Spielen deutlich häufiger als Mädchen.

Beim Sektor Unterhaltung fällt auf, dass hier vor allem vier Aktivitäten bei der mehrmaligen Nutzung pro Woche dominieren und dass jeweils Jungen diese öfter nutzen als Mädchen. Dies sind der Zugriff auf Videoportale (81 % zu 68%), das Ansehen und Herunterladen von Videos (69 % zu 49%), Musik am PC oder im Internet hören (61 % zu 54%) und das unspezifische Surfen im Netz (44 % zu 42%).

Für die Informationssuche im Internet nutzen 85 % der Befragten mindestens mehrmals pro Woche eine Suchmaschine wie z.B. Google; dies ist ein leicht höherer Wert im Vergleich zum Vorjahr (80%). Weiterhin suchen 44 % Informationen zu außerschulischen Themen und 40 % nutzen gezielt das Online-Lexikon Wikipedia. Auch hier sind beide Werte im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Mit weitem Abstand folgen die Nutzung von Nachrichtenseiten von Zeitungen oder anderen Anbietern und weitere Aktivitäten wie z.B. die Nutzung von Newsgroups, Sport-Live-Tickern, Video-Tutorials oder Videos, in denen Produkte vorgestellt werden (alle jeweils zwischen 10–20%).

Zusätzlich zeigt sich allerdings auch, dass nur die wenigsten Jugendlichen aktiv am Internet teilnehmen und beispielsweise Videos hochladen, Beiträge auf Seiten verfassen, Inhalte kommentieren oder teilen. Bei Twitter gaben außerdem nur 3 % der Befragten an, dort in den letzten 14 Tagen aktiv gewesen zu sein. Dies scheint also eine Tätigkeit zu sein, für die sich Jugendliche anscheinend (noch) nicht sehr begeistern können. Insgesamt lässt sich aber eine leicht höhere Internetnutzung als noch im vorherigen Jahr feststellen.

Weitere Informationen zum mpfs, zur JIM-Studie und zu weiteren Studien finden Sie auf folgender Seite: mpfs.de

Sebastian Driever

Bildquellen:
© mpfs.de

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