Klassik im Klassenzimmer

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26. September 2010 Print This Post

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Bach, Beethoven oder Brahms waren die umjubelten „Pop-Musiker“ ihrer Zeit. Schüler heutzutage kennen sie und ihre Werke höchstens aus dem Musikunterricht. Sabine von Imhoff leitet das Projekt „Rhapsody in School“. Mit diesem Konzept versuchen sie und der Pianist Lars Vogt das verlorengegangene Interesse an der klassischen Musik wiederzuerwecken, mit ganz eigenen Methoden. Bekannte Musiker, die auf der ganzen Welt ihre Konzerte vorführen, gehen in Schulen und zeigen den Kindern ihre Welt. Sie sprechen über das Leben auf der Bühne, über das Leben für die klassische Musik.

Wie kam es zu dem Projekt „Rhapsody in School“?

Ich hegte bereits den Wunsch mit Künstlern und Kindern zu arbeiten. Durch meine PR-Firma betreue ich Musiker, der Bezug zu den Kindern fehlte jedoch.Von „Kinder zum Olymp“, eine Organisation der Kulturstiftung der Länder, kam die ursprüngliche Idee. Von dieser Seite kam auch die Frage an mich, ob ich solch ein Projekt leiten möchte. Fast gleichzeitig meldete sich Lars Vogt mit einem ähnlichen Vorschlag an die Kulturstiftung. Und so fing unsere Zusammenarbeit an. Das Projekt existiert nun schon seit 5 Jahren.

Wie hat sich denn die große Anzahl an Musikern zusammengefunden, die bei dem Projekt mitmachen?

Zurzeit engagieren sich schon über 100 Künstler bei diesem Projekt, als ehrenamtliche Tätigkeit. „Rhapsody in School“ ist mit den Jahren sehr bekannt unter den Musikern bekannt geworden und spricht sich rum. Daher kommen die Anfragen von ihnen, ob sie Teil des Projekt werden können. Wir führen aber eine Auswahl durch und bevorzugen professionelle und namhafte Künstler, um den Schülern auch ein gewisses Niveau zu präsentieren. Am Anfang startete unser Team mit 20 Künstlern. Diese waren Bekannte von Lars Vogt, der ebenfalls Musiker ist.

Wer nimmt mit Ihnen den Kontakt auf? Was für Schulen und welche Klassenstufen machen da mit?

Meist kommt die Anfrage natürlich von den Lehrern oder engagierten Eltern, die von uns über die Medien erfahren haben. Seit einiger Zeit arbeiten wir auch in Kooperation mit dem Verband der Schulmusiker. Neue Musiklehrer haben auf diese Weise die Möglichkeit, sich zu informieren und mit uns in Kontakt zu treten. Wir besuchen von Grundschulen bis zur Oberstufe in Gymnasien alle, die sich für klassische Musik und die Künstler, die dahinter stecken, interessieren.

Wie ist denn die Reaktion der Schüler nach so einem Tag?

Die Schüler waren immer begeisterst und der Tag ist super gelaufen. Es ist für die Schüler mal was anderes, Künstler der Weltelite spielen zu sehen und ihnen auch Fragen stellen zu können. Diese Musiker haben eine besondere Ausstrahlung und Persönlichkeit. Besonders die Kinder im Grundschulalter wollen auch das Instrument lernen, was der Musiker spielt. Andere gehen am gleichen Tag noch in das Konzert des Musikers, was viele Eltern auch erstaunt.

Haben sie auch schlechte Erfahrungen gemacht?

Auf diese Frage kann ich glücklicherweise mit Nein antworten. Für die Kinder und Lehrer war es immer ein spannender Tag und negative Reaktionen oder Beschwerden nach dem Besuch eines Musikers sind nie aufgekommen.

Sie haben sich bewusst dafür entschieden, den Schülern klassische Musik näher zu bringen. Wieso ist ihrer Meinung nach klassische Musik wichtig für junge Leute?

In der heutigen Zeit werden die Kinder von den verschiedensten Musikrichtungen beschallt. Pop und Rock hört man in jedem Supermarkt oder im Restaurant. Klassik ist mal anderes, mit dem sich ein Kind von selbst nicht beschäftigen würde. Gerade in Deutschland ist klassische Musik ist wichtiges kulturelles Gut, auf das wir stolz sein können. So etwas müssen wir aufrecht erhalten.

Alexandra Ernst

Bildquelle: © Magdalena Ascough – Fotolia.com
Portraitfoto zur Verf. gestellt ⅴ. Sabine von Imhoff

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