„Musik ist die sozialste aller Künste“

Artikel weiterempfehlen

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

15. Juni 2011 Print This Post

Hauke Gosau gründete 2006 den Verein Kinder Musik Menschen (KMM) e.V., um mit „Herz und Verstand“ an Klassik heranzuführen. Die Faszination zur klassischen Musik gibt der Kommunikationswirt an jene Kinder weiter, denen der Zugang häufig auf Grund ihres sozialen Hintergrunds verwehrt wird. medienbewusst.de sprach mit ihm über das Konzept seines Vereins und darüber, warum es heute wichtiger denn je ist, die Musik mit und für Kinder zu fördern.

Herr Gosau, welche Ziele stehen hinter Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für den Verein KMM e.V. ?

Es geht darum, den Kindern Wertschätzung  zu schenken und Vorurteilen wie: „Klassische Musik sei zu teuer, konservativ, verstaubt oder langweilig“, entgegenzuwirken. Außerdem werden Kinder für ein aufmerksameres Miteinander sensibilisiert: Hören, Hinhören, Zuhören. So wird ihnen auch gezeigt, dass sie ihre Mitschüler respektvoll behandeln sollen. Wir öffnen Türen zu einer neuen Welt: vor, hinter und auf der Bühne. Dies geschieht zuerst mit unseren vier Modulen direkt im Unterricht und endet im großen „KMM-Highlight“, einem Opernbesuch.

Die vier Module beschäftigen sich mit dem Gedächtnis, dem Miteinander, der Klassik und der Körpersprache. Weshalb haben Sie ein solches Konzept entwickelt?

Das Problem ist: Kinder einfach in die Oper einzuladen, führt dazu, dass die Oper nicht verstanden wird. Also haben wir uns überlegt, einen Weg gemeinsam mit Schulen zugehen und so wurden die Module gemeinsam mit Lehrern entwickelt und an den Lehrplan angepasst, sodass die Unterrichtsinhalte für die Schüler noch abwechslungsreicher vermittelt werden können.

Was  denken Sie, geht in den Köpfen der Kleinen vor, wenn sie das „KMM-Highlight“ rezipieren?

Ich glaube, in diesem Augenblick geht weniger etwas in den Köpfen der Kleinen vor, viel mehr in ihren Herzen. Ihre faszinierten Blicke während der Vorstellung und ihre strahlenden und glänzenden Augen nach der Vorstellung sprechen Bände.

Wie wird Ihr Engagement von den Kindern angenommen?

Mit Neugier und Freude. Und vielleicht auch mit Dankbarkeit, da sich jemand „Schulexternes“ für Sie interessiert und ihnen etwas Neues anbietet.

Ist es vielleicht gerade in der heutigen Gesellschaft wichtig, zur Klassik zurückzukehren aufgrund des technologischen Fortschritts und des medialen Wandels?

Die Publikumszahlen der Theater‑ und Opernbesuche in Deutschland sind rückläufig und es ist eine große Aufgabe, diesem Trend entgegenzuwirken. Die Branche hat dazu bereits einen Begriff etabliert: Audience Development. An dieser Stelle zitiere ich gern Nitzsche: „Musik ist die sozialste aller Künste“. So bekommt unser soziales Engagement mit KMM e.V. doppeltes Gewicht. Wichtig wäre auch, den Musikunterricht an Schulen sicherzustellen, da dieser aufgrund von Lehrermangel heute teilweise sogar komplett abgeschafft wird.

Was wünschen Sie sich für den Verein?

Auch künftig Unterstützer zu finden, die unsere Arbeit erst ermöglichen, damit wir auch in Zukunft noch viele Kinderaugen zum Leuchten bringen können.

medienbewusst.de bedankt sich bei Hauke Gosau für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg.

Anne Kolberg

Bildquellen:
Porträtfoto zur Verf. gestellt ⅴ. Hauke Gosau
© flickr.com – Maciej Hałucha

Ähnliche Beiträge

Kommentare