Nutzungstipps Musik & Hörbücher – Musikgenres

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17. Juli 2013 Print This Post

Musik ist wesentlich mehr als nur Geräuschkulisse im Alltag. Gerade Jugendliche drücken durch Musik ihre Persönlichkeit und die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe aus. Musik ist in dem Fall mehr als nur ein paar Akkorde mit einem coolen Text – es sind Klamotten, Haarstyling, Ausdruck einer Lebenseinstellung.
Wir haben die wichtigsten Musikrichtungen zusammengestellt und decken auf, dass manche dieser Genres weit weniger gefährlich sind, als sie sich anhören.

Acid Rock – ist eine Musikrichtung, die in den frühen 70ern begründet wurde, sich durch eine hohe Experimentierfreude auszeichnet und ihre Wurzeln nicht selten im ausgedehnten Drogenkonsum ihrer Macher hat. Psychedelic, wie diese Richtung auch oft bezeichnet wird, brach mit den üblichen Songstrukturen und scheute sich auch nicht davor, ungewöhnliche bzw. neuartige Klänge in die Lieder einzubauen. Bekannte Vertreter dieser Musikrichtung sind The Doors oder auch Pink Floyd

Alternative – ist eigentlich keine feste Musikrichtung. Mit der Bezeichnung Alternative wird letztendlich nur ausgedrückt, dass eine Musik nicht Mainstream ist, sich also nicht an dem (derzeit) vorherrschenden Geschmack der Gesellschaft orientiert. Alternative kann jede Art von Musik sein. Eines der bekanntesten Alternative-Alben stammt von der amerikanischen Band The Raconteurs (“Broken Boy Soldier“)

Black Metal – eine der wenigen Musikrichtungen, die das Keyboard, das unter vielen Musikern verpönt ist, als festen Bestandteil anerkannt haben. Um sich aber von den vielen anderen Genres noch besser abheben zu können, sind ihre Protagonisten im zeitlosen Schwarz-Weiß-Stil geschminkt. Immer aktuell sind auch die Songthemen, die meist Okkultes und Mystisches behandeln. Typisch für dieses Genre ist der Wechsel zwischen sehr schnellem und langsamen Spiel. Als bekannteste Vertreter sind KISS und King Diamond zu nennen.

Crossover – auch hier wieder eine Musikrichtung, die eigentlich keine ist. Crossover-Lieder bedienen sich meist mehrerer Genres, die dann zu einem ganz eigenen Mix zusammengefügt werden. Crossover wird eigentlich die Musik genannt, für die die Musikindustrie noch keinen Namen hat, entweder weil der Mix sehr neu ist oder auch, weil es nur sehr wenige Bands gibt, die diese Mischung spielen. Ein bekanntes Crossover-Beispiel war vor ein paar Jahren Linkin Park, die Rap-Elemente mit hartem Gitarrensound mischten. Inzwischen nennt der Kenner diesen Stil Nu-Metal.

Dance – Dieses Genre bezeichnet namentlich eine sehr tanzbare Musik, die man in der Regel von DJ’s in Diskotheken um die Ohren gehauen bekommt. Texte sind zum Tanzen nicht zwangsläufig nötig, deswegen kommt Dance ebenfalls mit wenig oder gar keinem Text aus.

Dark Wave – wie der Name schon sagt, geht es in diesem Genre eher düster zu. Seit Ende der 70er Jahre ist dieses Genre für die Themen Tod, Sehnsucht und Traurigkeit zuständig. Die Aggression des Punk, die sich nur wenige Monate zuvor zu entladen begann, wurde in der Dark Wave in Depressionen gewandelt. Die klangliche Untermalung der Texte kann dabei ganz unterschiedlich ausfallen – von rein elektronischen Arrangements bis hin zu Parallelen des klassischen Rock ist alles erlaubt. Paradebeispiel hierfür sind The Cure.

Deathmetal – auch diese härtere Spielart des Rock kann nicht gerade als partytauglich beschrieben werden. Textlich beschäftigt sich der Deathmetal mit dem Tod. Mitsingen wird allerdings schon schwieriger, denn hier wird eher gekrächzt und gegrunzt. Typisch ist die sehr schnelle Spielart, die nur selten durch langsamere Passagen unterbrochen wird. Perfektioniert und ausgebaut wurde dieses Genre im Grindcore, das sich vom Deathmetal nur dadurch unterscheidet, dass es eigentlich keine Langsamspielstellen gibt. Vertreter hier sind Bands wie Napalm Death oder Bolt Thrower

Dubstep – Der Dubstep hat seine Wurzeln in Großbritannien. Er kommt ganz ohne Lyrics aus stützt sich auf den durchdringenden Klang einer ausfüllenden Basslinie. Dazu kommen Spielarten des Minimal-Techno oder auch Reggae – alles rein elektronisch natürlich.

Electro – reiht sich ein zwischen Dubstep und Dance. Klassische Gitarren kommen hier kaum zum Einsatz, vielmehr wird Wert auf Synthesizer und Drumcomputer gelegt. Auch auf diese Musik lässt sich sehr gut Tanzen, was vor allem darin begründet liegt, dass das übliche Betonungsschema eines Liedes durch die Basedrum aufgebrochen wird – so entsteht eine Taktverschiebung. Aktuellstes Beispiel für den sogenannten Electro-Boogie ist die deutsche Band Kraftklub.

Funk – Die „schwarze“ Musik war eines der beliebtesten Musikgenre in den 70er Jahren. Seine Wurzeln hat der Funk im Soul, Rhythm and Blues, aber auch Jazz und Rock sind wesentliche Einflüsse. Das Wort „Funk“ existiert im afroamerikanischen Slang schon seit den 50er Jahren und galt anfangs als Synonym für alles, was erdig und dreckig ist. Mittlerweile verbindet man „funky“ eigentlich eher mit Dingen, die den gewissen „Kick“ haben. Charakteristisch ist die akzentuierte Rhythmik, die von scharfen Bläsereinsätzen und souligem Gesang begleitet wird, so wie es auch bei Kool and The Gang der Fall war.

GrungeNirvana waren bis zum Tod ihres Sängers Kurt Cobain im Jahre 1994 das Aushängeschild für diese, mehrheitlich aus Seattle stammende Szene. Der große Grunge-Boom setzte Ende der 80er Jahre ein. Die Musikrichtung selbst war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon zwanzig Jahre älter. Iggy Popp und Velvet Underground dürften gewissermaßen als Urheber für den Grunge gelten, der als Inspirationsquelle für Punk diente. Dreckige und verzerrte Gitarren sowie auch ein bisweilen kreischender, unverständlicher Gesang (Cobain) sind die Hauptmerkmale. Ob es den Protagonisten tatsächlich immer an spielerischer Fertigkeit mangelte, oder sie einfach nur so klingen wollten – mit ihrer Spielart revolutionierten sie jedenfalls die Musikwelt.

Indie – steht kurz für Independent und steht als Sammelbezeichnung für all die Musik, die von Independent-Labels vermarktet wird. Als Indie-Labels bezeichnet man Plattenfirmen, die nicht zu den umsatzstärksten der Branche gehören. Die Spielarten können auch hier ganz unterschiedlich sein. Gemeinsam ist den Bands lediglich die mehr oder minder starke Ablehnung des Kommerz, die sich mitunter auch in schwer zu vermarktender Musik widerspiegelt – das Zielpublikum also dementsprechend klein bleibt.

Industrial/EBM – das Horrorgenre. Die meistbehandelten Themen hier sind Tod, Krieg, Krankheit und Gewalt. Zusammen mit einer passenden klanglichen Untermalung entsteht ein Mix, der die Grenzerfahrungen, die mit den besungenen Themen einhergeht, spürbar werden lässt. Der Unterschied zu Deathmetal und Darkwave besteht in den meist monoton angehauchten Songstrukturen, die sich allerdings streng vom Strophe-Refrain-Schema abgrenzen. Unter Zuhilfenahme von Synthesizern und mitunter auch selbst preparierten Gegenständen, inszenieren die Künstler gern Schockmomente in ihren Songs und vor allem auch auf der Bühne. Das Industrial-Publikum ist zwar extrem, aber überschaubar. Das führt dazu, dass sich Industrial-Künstler meist auf einem Indie-Label wiederfinden. Populärster Deutscher Vertreter ist die Band Einstürzende Neubauten

NDW – Die Neue Deutsche Welle begann ihren Siegeszug Anfang der 80er Jahre als Untergrundbewegung. Ihren Namen verdankt sie dem „Zensor“ – namentlich Burkhardt Seiler, einem Konzertveranstalter und Plattenlabelbetreiber. Minimalismus, Unterkühlung und natürlich die deutsche Sprache sind maßgebend für die NDW, die eindeutig eher zu den Kurzlebigen unter den Musikstilen gehört. Ihre Ursprünge hat die NDW im Punk und der New Wave, wobei der Begriff New Wave Ende der 70er inflationär für alle Musik verwendet wurde, die modern und impulsiv war.

Pop – Eigentlich lässt sich die Frage danach, was Pop ist, nicht beantworten. Pop bezeichnet populäre Musik, die dem gängigen Geschmack der Gesellschaft entspricht. Bezeichnend sind eingängige Melodien sowie allgemein verträgliche Texte. Pop richtet sich nicht an Extreme und schon gar nicht an Subkulturen. Trotzdem wurde der Pop zu Beginn als Protest der Jugendlichen gegen die Erwachsenenwelt gesehen, damals offen formuliert von den Rolling Stones. Im Laufe der Jahre begannen sich dann weitere Genres vom Pop abzuspalten.

Punk – Punk hört man nicht. Man lebt es. Mit Punk geht eine Lebenseinstellung einher, die sich in Kleidung, Design und politischer Attitüde wiederspiegelt. Musik ist nur eine Ausdrucksform dieses Genres. In seinen Wurzeln Ende der 60er Jahre begann der Punk, sich als Gegenspieler des weitverbreitete Hippietums zu etablieren. Dazu gesellten sich in den 80ern überladene Bühnenshows und nichtenden wollende Gitarrensoli der Metalbands. Der Punk setzte dem bewussten Nichtskönnertum 3 Akkorde, Gitarre, Bass, Schlagzeug und eine Garage als Proberaum entgegen – mehr brauchte es nicht. Oder wie Tommy Ramone sagen würde: „“Pure, stripped down, no bull-shit Rock’n’Roll.“. Die Ramones waren es auch, die mit ihrem Song “Blitzkrieg Bop” 1975 dem Punk eine Soundvorlage gaben. Weitere „Geburtshelfer“ waren The Clash und die Sex Pistols. Wenige Jahre später machen sich unter anderem die Fehlfarben, D.A.F., Mittagspause und Abwärts einen Namen. Punk heute klingt ungefähr so:

Reggae – Bob Marley! Jamaica! Sonne! – aber Reggae ist soviel mehr – und Bob Marley bei weitem nicht der einzige große Player in dieser Szene. Der Reggae trat seinen Siegeszug durch die Welt Ende der 60er Jahre an. Damals verlangsamten die Musiker den Rhythmus des Ska und Rocksteady und legten die Betonung zunehmend auf den zweiten und vierten Takt. Wesentliche Einflüsse hatten auch Soul und Blues. Allen Reggaesongs ist allerdings ein gewisser Minimalismus und das „gute-Laune“-Feeling gemein. Inhaltlich geht es meist weniger partymäßig zu – Sozialkritik und das Aufdecken von Missständen sind neben Liebe und Frieden häufig behandelte Themen.

Ska – Reggae entstand aus Ska, also darf auch diese Musikrichtung Jamaika als ihren Geburtsort angeben. Im Gegensatz zu vielen anderen Musikstilen entwickelte sich der Ska allerdings nicht aus einer Protestbewegung heraus, sondern eher aus einem Mangel an Musik. Die Jamaikaner konnten mit dem damals neuen Rock’n’Roll nicht viel anfangen, sie spielten weiterhin die altbekannten Rhythm’n*Blues‑ Stücke, die in ihren Augen wenigstens noch tanzbar waren. Als allerdings die Produktion solcher Platten gegen Null ging, begann man einfach das jamaikanische Mento mit RnB und Jazz zu mischen – der Ska war entstanden. Ska steht für Partymusik und nicht zuletzt deswegen werden Bands dieser Musikrichtung immer beliebter. Mittlerweile entstanden viele Ska-Kreuzungen, so zum Beispiel mit Funk, Punk, Techno oder HipHop. Charakteristisch ist und bleibt jedoch der vergleichsweise häufige Einsatz von Blechbläsern in den Musikstücken.

Soul – Rhythm’n’Blues gilt als die Mutter so vieler Musikrichtungen. So auch für den Soul, der vornehmlich afroamerikanischen Künstlern vorbehalten ist und eng mit der Bürgerrechtsbewegung und der Rassenthematik in den ruhelosen 60ern einhergeht. Soul verlieh dem schwarzen Selbstbewusstsein Ausdruck, ohne dessen Wurzeln zu vernachlässigen.
Der Soul zeichnet sich vor allem durch seine starke Konzentration auf den Gesang aus, der durch Groove‑ und Gospel-Elemente unterstützt wird und sich in den meisten Fällen auch akustisch als sehr gefühlsbetont beschreiben lässt. Vertreter der frühen Soulbewegung sind Ray Charles, Sam Cook und „The Godfather“ James Brown. Vertreter des heutigen Neo-Soul, der sich stark auch am RnB orientiert sind Lauryn Hill, Alicia Keys oder auch Xavier Naidoo.

Techno – Wie Punk ist auch Techno viel mehr als nur Musik. Rund um die elektronsichen Klänge hat sich eine gesamte Jugendkultur gebildet, die sämtliche Spiel‑ und Lebensarten von synthetischer Musik vereint. Dazu zählen beispielsweise auch House, Trance oder oder auch Drum’n’Bass. Gemeinsam ist diesen Richtungen eins: sie legen extremen Wert auf Tanzbarkeit und Lyrics sind so gut wie nie vorhanden. Auch die Akkord-Lehre wird gekonnt vernachlässigt, stattdessen geht man experimentierfreudig mit einzelnen Tönen und neuen Effekten um.

Bildquelle:
© pixelio.de/Rolf van Melis

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