JIM Studie 2016 – Möglichkeiten zur Musiknutzung für Jugendliche

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10. Januar 2017 Print This Post

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Der Alltag von Jugendlichen ist von digitalen Medien geprägt und diese nehmen eine zentrale Rolle in ihrem Leben ein. Daher untersucht der Medienpädagogische Forschungsbund Südwest jährlich im Rahmen der Studie „Jugend, Information, (Multi‑)Media“ (JIM), welche Medien bei Jugendlichen gerade hoch im Kurs stehen und wie der Medienalltag von jungen Menschen in Schule und Freizeit aktuell aussieht. 2016 wurden dabei 1200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren unter anderem zum Thema Radio, Musik und Spotify befragt.

Die Studie zeigt, dass Musik in der Lebenswelt von 12-bis 19-Jährigen eine zentrale Bedeutung hat. Demnach dient Musikhören der Stimmungsregulierung und ist Ausdruck der Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen. Musik ist heute überall verfügbar und deren Entdeckung im Internet sind mittlerweile kaum mehr Grenzen gesetzt. Musik kann allgemein neben Radio über verschiedene weitere Wege, wie YouTube und Spotify, genutzt werden. Die Studie zeigt ebenso, dass Streamingdienste erst mit steigendem Alter interessant werden, was auch mit der Verfügung von Internet auf dem Smartphone und einem häufigen monatlichen Kostenbeitrag in Zusammenhang gesetzt werden kann. Eine der Möglichkeiten für einen solchen Streamingdienst ist Spotify.

 

Was ist Spotify?

Spotify ist ein Musikstreamingdienst, den es seit 2006 gibt. Im Jahr 2016 hatte er nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Nutzer. Es ist eine App, die für Tablets, Smartphones und PCs verfügbar ist. Hierbei gibt es die Möglichkeit, eine kostenfreie Version zu nutzen, die allerdings nur Zufallswiedergabe erlaubt und Werbung zwischenschaltet. Eine Alternative wäre Spotify Premium, zum Beispiel „Spotify Family“ für 14,99 Euro im Monat mit bis zu sechs Accounts.

Spotify bietet die Möglichkeit, selbst Playlists für Kinder zu erstellen oder auf bereits Erstellte für das Genre Kinder zuzugreifen. Neben Musik gibt es auch eine Vielzahl an Kinderhörbüchern von Klassikern wie von den Gebrüdern Grimm bis hin zu Biene Maja und Heidi. Hierbei bietet Spotify für jedes Alter ebenso aktuelle Hörspiele wie Hanni und Nanni, die Teufelskicker und Petterson und Findus. Bei der kostenpflichtigen Premiumversion gibt es zudem die Möglichkeit offline zu hören und ist somit gut geeignet für lange Autofahrten.

Allerdings besteht bei Spotify nicht die Möglichkeit, Jugendschutzeinstellungen vorzunehmen und auch wenn viele Künstler vertreten sind, kann man noch nicht alle dort finden.
Eine weitere Möglichkeit online Musik zu hören, die sogar öfter genutzt wird als Spotify, ist YouTube.

 

YouTube als Musikstreamingdienst

YouTube ist ein 2005 gegründetes Videoportal, auf dem man sich kostenlos Videoclips ansehen kann. Die Studie zeigt, dass YouTube von über 50 % der Mädchen und Jungen mehrmals die Woche zum Musikhören verwendet wird.

Auf YouTube sind viele Kanäle zu finden, die Musikvideos oder Hörspiele beinhalten. Es gibt viele Kanäle, die extra für Kinder erstellt wurden und ausschließlich kinderfreundliche Inhalte bereitstellen, wie zum Beispiel „Sing mit mir – Kinderlieder“. Im Gegensatz zu Spotify gibt es hier eine Jugendschutzbeschränkung, die allerdings nicht alle für Kinder ungeeigneten Inhalte erfasst und sperrt. Ebenso ist es ein reiner Online-Dienst, ist also nicht zur Offline-Nutzung wie zum Beispiel bei Autofahrten geeignet.
Das einzige Medium, welches von Jugendlichen häufiger genutzt wird als YouTube ist das Radio.

 

Dauerbrenner Radio

Kaum ein Jugendlicher hört nie Radio (5%), knapp 80 % der Jugendlichen hören regelmäßig Radio, eine Zahl, die auch über die verschiedenen Altersgruppen hinweg äußerst stabil ist. Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren hören durchschnittlich 79 Minuten Radio pro Tag, wobei die Radionutzung hierbei mit dem Alter ansteigt.

Ein Radiosender für Kinder ist der KinderRadioKanal (KiRaKa), welcher für sein kinder‑ und jugendfreundliches Programm bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Er ist der einzige Kanal, der täglich von 6 bis 22 Uhr für Kinder und Jugendliche zugeschnittene Inhalte sendet. Er ist in NRW, Saarland und Bremen zu empfangen, ist aber auch überall als Webradio verfügbar. Neben Musik und Hörbüchern werden auch speziell für Jugendliche interessante Ratgebersendungen ausgestrahlt. Hier wird auch die gelobte und preisgekrönte Kindersendung Ohrenbär ausgestrahlt, die immer montags eine 10-minütige Geschichte beginnt, die die Woche über weitererzählt wird. Jede Woche wird sie von einem anderen bekannten Schauspieler vorgelesen und ist für die etwas Jüngeren als Gute-Nacht-Geschichte geeignet (jeden Abend, 18.45–18.55).

Ein weiteres Beispiel für eine Art des Kinderradios ist „Antenne Bayern-Hits für Kids“, ein reines Webradio, das ausschließlich Kindermusik und keine anderen Inhalte sendet. Aber auch auf den üblichen Radiosendern gibt es teilweise spezielle Zeiten, auf denen ein für Kinder und Jugendliche geeignetes Programm ausgestrahlt wird, wie zum Beispiel „Bayern 2‑ radioMikro“.

Neben dem Radio spielen auch noch MP3, CD und Kassette weiterhin eine Rolle, rücken aber durch das Aufkommen von anderen Möglichkeiten zum Musikhören wie Radio, YouTube und Spotify immer weiter in den Hintergrund. Generell zeigt die Studie, dass Musik bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren einen wesentlichen Teil in ihrem Leben einnimmt.

 

Die gesamte JIM-Studie finden Sie hier.

Carlotta Collignon, Stefanie Gerhardt & Tasia Hohmann

Bildquelle:

© www.mpfs.de

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