Serious Games – Mit Spaß zum Beruf

4. März 2013

Computerspiele haben seit jeher das Image, nur zur Unterhaltung und zum Zeitvertreib von Kindern zu dienen. Das Pilotprojekt „Games for Girls“ am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt in Österreich versuchte zu beweisen, dass durchaus auch ernste Ziele spielend verfolgt werden können. Der Schwerpunkt des Projektes lag dabei auf der Berufsfeldorientierung von Mädchen. Die dafür geeigneten Computerspiele wurden vom Mädchenzentrum Klagenfurt ausgewählt und von Mädchen aus der Zielgruppe getestet.

Die so genannten „Serious Games“ ,also „ernste Computerspiele“, machen sich Spielmotive und Unterhaltung zu Nutze und verknüpfen diese mit Belehrung und pädagogischen Zwecken. Die Methode wird ebenfalls bei der „Game Based Learning-Strategie“ angewandt, die zunehmend auch Anwendung bei der beruflichen Aus- und Weiterbildung findet. Im Gegensatz zu den Serious Games jedoch, dient das „Game Based Learning“ nicht primär nur dem Lernzweck, sondern ähnelt dem Aufbau typischer Computerspiele.

Ann Christine Marr definierte den Oberbegriff der Serious Games als „digitales Spiel, das einerseits der Unterhaltung dient und dem Nutzer gleichzeitig während des Spiels Wissen, Fähigkeiten, Meinungen etc. vermittelt oder über etwas informiert.“ Zudem gibt es keine Einschränkungen bezüglich Spielgenre, Spieltechnologie, Zielgruppe und Anwendungsbereich.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Serious Games ist die Freiheit stereotyper Darstellungen der Spielfiguren. Traditionell werden männliche Protagonisten meist stark und durchtrainiert, die weiblichen Nebenfiguren dagegen schwach und betont erotisch dargestellt. Die zur Unterstützung in der Berufsfeldorientierung der Mädchen eingesetzten Computerspiele sollen diesen die Möglichkeit geben, sich über die stereotype Geschlechterrollen und Arbeitsteilung hinwegzusetzen.

Entsprechend der Schwerpunkte der Berufsorientierungskurse des Mädchenzentrums Klagenfurt, Persönlichkeitsbildung, Berufsorientierung, Kompetenzerweiterung, Berufs- und Lebensplanung und Jobfinding, wurden von Studierenden dieser Kurse Spiele recherchiert, die Aspekte der Serious Games teilweise oder ganz beinhalten. Das Primärziel der Spiele ist es, die Mädchen zu motivieren, sich mit der Berufsorientierung zu beschäftigen und neue Berufe kennen zu lernen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten die Spiele möglichst realitätsnah und unterhaltsam sein.

Zwei Beispiele für Serious Games zur Berufsorientierung für Mädchen sind unter anderem „Diner Dash“ und „First Class Stewardess“.

Diner Dash

„Diner Dash“ ist ein Downloadspiel, bei dem der Spieler in einem Restaurant angestellt ist und die Gäste platzieren und bedienen muss. Da das Restaurant nach einer gewissen Zeit schließt, muss er versuchen, so viel Geld wie möglich zu verdienen. Je schneller man die Aufgaben erfüllt desto größer ist die Bezahlung der Kunden. Nach jedem abgeschlossenen Level erhält man sein Geld und kann so sein Restaurant ausbauen oder die Fähigkeiten der Spielfigur verbessern.

 

 

 

 

 

First Class Stewardess

In „First Class Stewardess“ schlüpft die Spielerin in die Rolle von Claire, einer Flugbegleiterin, die Starlink Airlines vor dem Konkurs retten soll. Sie muss den Gästen helfen, den richtigen Platz zu finden, entlaufene Kinder zu ihren Eltern zurückbringen und die Fluggäste mit Medikamenten und Getränken versorgen. Mit dem nach jedem Flug verdienten Geld können Claires Fähigkeiten verbessert und das Flugzeug verschönert werden.

 

 

 

 

 

Weitere Informationen rund um das Thema Serious Games gibt es auf www.seriousgames.de

Lisa Jünemann

Bildquellen:

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