Mit dok’ mal Medienkompetenz fördern

1. Juli 2011

Medienkompetenz zu fördern, das ist das erklärte Ziel der Ende Februar gestarteten Internetplattform dok’ mal. Durch das Projekt des WDR sollen Kinder und Jugendliche mit Hilfe ihrer Lehrer wichtige Grundelemente der Filmgestaltung und Dokumentation erlernen. medienbewusst.de sprach mit Beate Schröder-Off über das multimediale Projekt.

Frau Schröder-Off, was genau machen Sie beruflich?

Ich bin Redakteurin in der Bildungsredaktion des Westdeutschen Rundfunks, also einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt. Hier betreue ich seit zwölf Jahren die Konzeption von Projekten rund um Medienerziehung.

Wie kam es zu der Idee, die Plattform dok’ mal zu gründen und welche Ziele stecken dahinter?

Hinter dem Projekt steckt der WDR und in diesem Fall natürlich auch die Bildungsredaktion. Dazu sei aber gesagt, dass das Projekt auf unterschiedlichen Säulen fußt. Zum einen unterstützen wir mit dem Projekt den deutschen Kinder- und Jugenddokumentarfilm, denn die Filme, die auf der dok’ mal Seite zu finden sind, wurden von uns mitfinanziert und auch redaktionell betreut. Diese Filme waren sozusagen der Ausgangspunkt des Projektes.

Gemeinsam mit der Kinder- und Jugendlichen-Sektion der Duisburger Filmwoche (doxs) kam dann die Idee zu dok’ mal auf. Wir überlegten auf der Grundlage der bereits vorhandenen Dokumentarfilme, wie wir das filmische Wissen von Kindern und Jugendlichen fördern können.

Das Projekt entwickelt sich ständig weiter. Beispielsweise arbeiten wir mit einer Professorin an der Kunsthochschule für Medien (KHM) Köln zusammen, um junge Filmemacher auszubilden. Diese können dann wiederum neue Vorschläge für Dokumentarfilme einreichen. Die dritte Säule des Konzepts ist die Filmbildung und genau diese haben wir nun mit der Plattform dok’ mal im Internet umgesetzt.

Wie ist der aktuelle Stand des Projektes dok’ mal und was ist als Nächstes geplant?

dok’ mal läuft im Moment an 15 Schulen des Bundeslandes NRW. Die Schüler arbeiten mit der Seite, um selber wiederum Inhalte für diese zu produzieren. Unser Anspruch ist hierbei nicht, dass die Schüler sofort eigene ganze Filme produzieren. Es geht darum, dass man sich einzelne kleine Themen herausgreift und diese für sich umsetzt. Beispielsweise: Mit welchen Kameraeinstellungen arbeitet man im Film oder welche Perspektiven gibt es? Die Schüler schicken uns dann die Ergebnisse ihrer Arbeit, beispielsweise Fotos. Dieses Material benutzen wir dann auf der Website, zum Beispiel in einem Quiz im Mitmachbereich. Außerdem binden wir auch weitere Filmrezensionen der Schüler ein.

Welche Rolle spielt das Internet in dem Projekt dok’ mal?

Mein Anliegen war es bei dem Projekt an die Nutzungsgewohnheiten der Zielgruppe anzudocken. Im Alter von 11-16 Jahren wird das Fernsehen immer mehr zum Begleitmedium. Das Internet hingegen rückt in den Vordergrund und deswegen haben wir uns bewusst für dieses Angebot entschieden. Außerdem sind die Nutzer unabhängiger von Zeit und Ort, wenn wir für Schulen interaktive Materialien mithilfe des Internets aufarbeiten.

Was ist für Sie das Wichtige an Medienkompetenz?

Die Kinder und Jugendlichen von heute bewegen sich zunehmend in einer stark digitalisierten Welt. Ich halte es hierbei deswegen für besonders wichtig, dass es eine Transparenz gibt, wie Medien entstehen bzw. dass man als mündiger Bürger nachvollziehen kann, wie diese wirken. Genau dazu soll dok’ mal beitragen.

medienbewusst.de bedankt sich bei Beate Schröder-Off für das Interview und wünscht viel Erfolg für die Zukunft.

Paul Träger

Bildquellen:
Porträtfoto zur Verf. gestellt v. Beate Schröder-Off
© dokmal.de

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